Kombikinderwagen Bergsteiger Capri: empfehlenswert, reisetauglich (mit Update)

Die Babywanne des Capri hat eine aufstellbare, weiche Matratze
Die Babywanne des Bergsteiger Capri hat eine aufstellbare, weiche Matratze
Heute möchte ich ein paar Worte über unser wichtigstes Transportmittel für unser Baby verlieren: unseren Kinderwagen. Dieser sollte folgende Kriterien erfüllen:

  • Möglichst weniger als 800 Euro kosten – Mein Kinderwagen braucht keinen schicken Namen, also will ich auch nicht dafür bezahlen. Auch muss der Wagen erstmal “nur” ein Kind aushalten.
  • Autositz-Aufsatz inklusive – Wir haben selbst kein Auto, greifen bei Bedarf aber gerne auf Carsharing und Mietwagen zurück. Um den Autositz nicht in der Hand tragen zu müssen, ist es praktisch, wenn er gleich auf das Fahrgestell des Kinderwagens montiert werden kann.
  • Schön aussehen – Hey, immerhin bin ich ständig damit unterwegs, und er landet auf vielen unserer Erinnerungsfotos.
  • Solide statt klapprig – Da man das anhand eines Fotos oder einer Testfahrt im Babymarkt nicht feststellen kann, verließ ich mich gerne auf die Bewertungen anderer Eltern bei Amazon.

Diese Anforderungen erfüllte meiner Meinung nach einzig der Kinderwagen Bergsteiger Capri.

Zu ihm gehören neben dem Fahrgestell eine Babywanne, eine als Autositz verwendbare Babyschale und einen Sportwagenaufsatz (“Buggy”) sowie ein jeweils passender Fußsack, Einkaufskorb, Wickeltasche, Regenschutz und Mückennetz. Die genauen Details lassen sich besser der Herstellerseite entnehmen als ich sie hier beschreiben könnte. Ich will stattdessen auf die Reisetauglichkeit im Großen und im Kleinen eingehen. 

Einsatz in den städtischen Verkehrsmitteln

Top! Da der Wagen einen sehr kleinen Wendekreis hat, über eine Fußbremse und über einen abwinkelbaren Lenker verfügt, lässt er sich gut in Bus und U-Bahn unterbringen. Einzig die Schwenkräder stören beim Ein- und Aussteigen und wenn man eine höhere Kante überwinden muss – beispielsweise zwei Treppenstufen –, da der vordere Teil des Wagens schwerer kontrollierbar ist. Diese Räder lassen sich feststellen, was ich aber nicht jedes Mal mache. Wünschenswert wäre ergänzend zur Fußbremse noch eine Handbremse; ich kenne jedoch kein Kinderwagen-Modell, das über eine solche verfügt.

Einsatz im Auto

Der Kindersitz lässt sich mit etwas Übung schnell einsetzen. Der Bügel der Babyschale ist in vier Positionen einstellbar.
Der Kindersitz lässt sich mit etwas Übung schnell einsetzen. Der Bügel der Babyschale ist in vier Positionen einstellbar.
Der ausschlaggebende Pluspunkt am Capri war für uns die Babyschale, die ohne Umbauten als Autositz genutzt werden kann. Diese Aufgabe hat sie gut erfüllt. Die ersten zwei, drei Male musste ich mir noch intensiv die Bildchen auf der Schale ansehen, um den Sitz korrekt einzubauen. Später ging das binnen Sekunden.

Weniger einfach ist je nach Größe des Kofferraums und je nach Art der sonstigen Fracht die Unterbringung des Fahrgestells. Es lässt sich zusammenklappen, ohne den Einkaufskorb entfernen zu müssen. Mit einem einfachen Mechanismus geben die Stangen ihre Starre auf, und das Gestell beginnt sich zu falten. Allerdings ist dann Mitdenken gefragt: Die Schwenkräder (vorne) müssen genau in die richtige Position hinter die Fußbremse gedreht werden, damit der Wagen so flach wie möglich liegt – auch eine Übungssache.

Die Hinterräder lassen sich sehr einfach und ohne Werkzeug abmontieren. Das ist je nach Fahrzeugtyp auch nötig, wenn nebem Kinderwagen im Kofferraum auch noch Koffer Platz haben sollen (siehe Kurztest BMW 3er Touring).

Einsatz im Zug

Wir haben auf unseren Zugfahrten ausschließlich die Babyschale mitgeführt. Dass es aufgrund der Breite des Fahrgestells Probleme geben kann, habe ich bereits im Artikel Baby im Zug – gut so! erwähnt. An der breitesten Stelle des Wagens – den Hinterreifen – kann er im Gang neben den Abteilen zwischen Tür und Heizung stecken bleiben.

Die Babyschale passt zumindest in der Ersten Klasse gut auf einen Sitz oder ins Gepäckfach. Das Fahrgestell ist zusammengeklappt immer noch ziemlich groß.

Den Wagen und den Aufsatz wieder zusammenzusetzen ist auch im eher engen Zug dank des Klicksystems recht einfach. Zwar lässt sich der Wagen im Zug nicht auf der Stelle wenden – dazu ist einfach zu wenig Platz – aber er ist trotz seiner Größe wendig genug, dass man in den Zug hinein- und wieder herausfindet. Beim Ein- und Aussteigen fällt natürlich noch sein Gewicht auf; der Wagen ist vergleichsweise schwer. Eine helfende Hand ist aber auch bei anderen Modellen willkommen.

Einsatz zu Fuß

Der Wagen taugt sowohl für den Geh- als auch für den Feldweg. Dank guter Federung und anständigen Reifen ist unser Junior zufrieden mit seinem fahrbaren Untersatz. Da er schon früh keine Lust mehr auf Liegen hatte, kamen erst die aufstellbare Matratze der Babywanne, dann die Babyschale und schließlich der verstellbare Sportwagenaufsatz sehr gelegen. Ordentlich aufgepumpte Reifen machen den eher schweren Wagen nochmals besser zu führen. Sehr praktisch finde ich außerdem, dass sich Schale und „Buggy“ in beide Richtungen montieren lassen – nur allzu schnell wird es auf dem Spaziergang langweilig, die Eltern anzusehen.

UPDATE:

Ich habe noch ein paar Ergänzungen hinsichtlich des Services:

  • Bei einer Spazierfahrt an der Isar habe ich mir nach fünf Monaten mit einem Reißnagel einen Platten gefahren. Weil ich mit Flickzeug nicht ganz so fit bin, habe ich mir einen neuen Schlauch über die Website des Herstellers bestellt. Schon drei Tage später war der Ersatz von Hort Fahrzeugteile da. Das Wechseln ist für Ungeübte etwas knifflig, aber machbar. Ich tat mir zunächst etwas schwer, mit der Luftpumpe ans Ventil zu kommen, und dann war der Schlauch schief im Mantel, sodass der Reifen eierte. Jetzt fährt der Wagen wieder wie eine Eins.
  • Ich wollte wissen, wie lange ich den Kinderwagen nutzen kann. Der Hersteller gibt auf der Website „bis zum vierten Lebensjahr“ an, ohne nähere Angaben zum Gewicht des Kindes zu machen. Diese Details findet man auf den verschiedenen Aufsätzen. Bei meinem Modell war aber wohl eines der Etiketten falsch: der Buggy sollte nur bis 9kg passen. Der Hersteller lässt sich nicht direkt kontaktieren. Dafür antwortete der Vertriebspartner Kinderwagen100 sehr schnell und freundlich und konnte die lange Einsatzdauer bestätigen.

Hinweise

  • Ich habe für diesen Blogbeitrag keine Gegenleistung erhalten.
  • Die im Text geäußerte Meinung sowie die verwendeten Bilder sind meine eigenen.
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