Elternschaft, Partnerschaft, loslassen und genießen

„Eltern werden, Paar bleiben“, heißt es immer

Jedes Mal, wenn ich von meinem Baby ein paar Stunden getrennt bin, wird mir das Herz schwer. Es ist ein bittersüßer Schmerz, weil es sehr schön ist, jemanden zu vermissen und dann in die Arme schließen und mit 1000 Küssen bedecken zu können.

Ich liebe es gleichzeitig, Zeit mit dem Mann zu verbringen, der neun Jahre lang nur mir alleine gehört hat. Alle jungen Eltern wissen, dass die Partnerschaft häufig zu kurz kommt, gerade in den ersten paar Monaten, wenn sich alles nur um die Bedürfnisse des Kindes dreht. Abhängigkeit auf der einen, Verpflichtung auf der anderen Seite. Wie viele Selfies gibt es mit dem Partner (pro Monat), wie viele neue Fotos vom Kind (pro Tag)? 

Als ich das erste Mal nach der Geburt alleine unterwegs war – ein Zahnarztbesuch und spontanes Shoppen weil rein gar nichts mehr passte – war das für mich eine wichtige Erfahrung: Ich vermisste mein Kind das erste Mal!

Ins Theater gehen: Junior bleibt beim Babysitter, solange er zu klein dafür ist, und wir genießen die Zeit zu zweit
Selfie im Theater: Junior bleibt beim Babysitter, solange er zu klein dafür ist, und wir genießen die Zeit zu zweit

Ich verbringe nahezu 24/7 mit dem Junior. Im Schnitt alle zwei Wochen, will ich aber auch ein paar Stunden mit meinem Mann haben – und er mit mir. Väter stehen leicht mal abseits, wenn Mama und Baby zusammen sind (gerade in der Stillzeit). Ein schönes Essen, ein Besuch im Museum, endlich mal wieder Kino oder Theater, ziellos durch die Stadt bummeln, Fahrradfahren, im Urlaub eine Wanderung ohne Babytrage machen. Schön!

Dank der Familie ist uns das möglich. Nicht jeder hat das Privileg, dass die Großeltern, Tanten und Onkel des Kindes im Alltag oder im Urlaub vor Ort sind, oder dass sich Freunde finden, die sich die Babybetreuung zutrauen. Auch wir wollen nicht immer die Zeit der Familie in Anspruch nehmen und spontan sein können. Daher werden wir in den nächsten Monaten auch mal auf „professionelle“ Hilfe zurückgreifen. Im Hotel in Wagrain haben wir das bereits erfolgreich getestet, und solange der kleine Mann Fremde noch so strahlend begrüßt, sollte ein neuer Babysitter kein Problem sein. Ich bin schon gespannt!

Glücklicherweise macht unser Kleiner ziemlich viel klaglos mit. So müssen wir nicht auf unsere Zeit zu zweit warten, um etwas erleben zu können.

Zeit für mich alleine schenkt mir mein lieber Mann, der sich dann ganz toll um unseren Spatz kümmert. Ich kann nicht behaupten, dass ich diese Zeit immer „sinnvoll“ nutze: Haare waschen, fernsehen, schlafen, bloggen, im Internet surfen oder auch ganz selten mal eine Freundin treffen. Aber darum geht es ja: Schmarrn zu machen, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen (ALSO SO WIE FRÜHER!). Diese Zeit ist seit dem Baby richtig kostbar geworden. Wenn Junior „nur“ schläft, muss das ja „sinnvoll“ genutzt werden (Haushalt).

Solange ich noch nicht wieder arbeiten gehe, funktioniert das alles ziemlich gut. Was kommt, wenn der eine täglich in die Kita und die andere ins Büro muss, bleibt abzuwarten.

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