Abenteuerliche Wanderung mit Baby zum Starnberger See

Wanderung zum Starnberger See - querOkay, ich bin nicht spontan. War ich nie. Den Entschluss, vom Zuhause im Münchner Süden aus nach Starnberg zu laufen, trafen meine Freundin und ich aber spontan. Das heißt ja nicht, dass wir direkt losgerannt wären.

Wir haben uns dafür das optimale Herbstwetter mit 18° C und leichter Bewölkung ausgesucht, mit viel Sorgfalt die Wickeltaschen gepackt, Reiseproviant gebacken und uns am Morgen den Kaffee verkniffen. – Keine von uns wollte „hinter die Büsche müssen“. 🙂

Unser Reiseplan: Wir wollten durch den Forstenrieder Park und das Leutstettener Moos nach Süden ziehen und dabei dem Fußgänger-Guide von Google Maps folgen.

Unsere Transportmittel: Manduca Babytrage, Bergsteiger Capri (die Buggy-Version) und Hauck Buggy Torro.

Wir wussten, dass wir ohne Pausen, in Wanderertempo und ohne Baby-Betüddeln zumindest dreieinhalb Stunden für 17 Kilometer brauchen würden. Natürlich blieb es weder bei den dreieinhalb Stunden noch bei den 17 Kilometern. Um unterwegs zumindest eine ungefähre Vorstellung davon zu haben, wie wir da stehen, trug ich einen Schrittzähler.


Los geht’s mit der Trage

Von zuhause aus ging es erstmal zum Forstenrieder Park, Eingang Unterdill. Maps hätte uns dort gerne auf eine Gehsteig-freie Straße geschickt. Wir aber starteten lieber auf bekanntem Terrain (=erster Umweg): bei den Wildschweinen. Meine Freundin war aufgeregt, dass die eigentlich dämmerungsaktiven und scheuen Waldbewohner inklusive ihrer Ferkel tatsächlich an Ort und Stelle waren – wie von mir angekündigt. Die Kleine meiner Freundin verschlief diesen Abschnitt der Reise, mein Junior guckte von meinem Rücken und aus sicherem Abstand ganz souverän auf die „alten Bekannten“.

Wanderung zum Starnberger SeeZiemlich bald danach kam die erste Überraschung: Kein Wildrost, der sich ja mit KiWa einfach überqueren lässt, sondern eine „Wildtreppe“ stellte sich mehr oder weniger plötzlich in unseren Weg. Die Lösung: Ich behielt meinen Kleinen in der Babytrage. Wir hoben den leichteren Buggy (netto 7,5 kg) meiner Freundin über die Brücke und setzten ihre Kleine wieder hinein. Dann kamen einzeln meine Wickeltasche, der Buggy-Aufsatz (5 kg) und das Fahrgestell (10 kg). Fertig!

Auf der anderen Seite hielt die Routenführung das nächste Fettnäpfchen bereit: Die Unterführung, die uns unter der vierspurigen Straße hindurch bringen sollte, war wegen einer Baustelle gesperrt. Die Lösung: Wir folgten einem der Baustellenfahrzeuge und landeten auf dem abgesperrten Bereich der Autobahn. Mei, so viel Platz! Und bei der nächsten Unterführung wechselten wir die Straßenseite.

Das Glück währte nur kurz: Dort schlug Maps uns vor, eine Staatsstraße (Landstraßen in Bayern und Sachsen) entlang zu laufen. Mit Fahrrad sicherlich eine gute Strecke. Aber für uns ging es im Forst weiter.  (=Zweiter Umweg)

Hier rollten wir problemlos und in schöner, grüner Umgebung vor uns hin, auf Römerstraße und Max-Josef geräumt. In diesem Teil des Forstes begegneten wir nur noch selten anderen Menschen.

Zwei Stunden nach unserem Aufbruch war es Zeit für eine Pause, um zu Wickeln, zu Füttern und unsere Kids zu bitten, uns etwas von unserem Essen abzugeben. 😉


Weiter geht’s mit dem Kinderwagen

Junior wanderte vom Rücken in den Wagen. Und wir zogen weiter, vorbei am Eichelgarten (Waldweide mit alten Eichen und seltenen Arten), ohne Hindernisse bis zum Ende des Forstenrieder Parks.

Zwischen Forst und Leutstettener Moos ging es bunt zu, um die Staatsstraße möglichst zu meiden. An diesem Punkt zweifelten wir kurz an Bereifung, Schuhwerk und Reiseplan – aber nur sehr kurz.

Ab Wildmoos war es dann auf einmal wieder eine ganze Stunde bis zum See – hätte es einen Bus gegeben wären wir schwach geworden. Es gab aber nur einige sehr glückliche, frei grasende Kühe.

Als wir im Leutstettener Moos ankamen, freuten wir uns, wieder unter Menschen zu sein und unserem Ziel ziemlich nahe zu kommen; schließlich handelt es sich hier um den verlandeten Nordteil des Starnberger Sees.

Und in der Tat war es dann nur noch eine halbe Stunde zum zugänglichen Teil des Sees. Bei der ersten Gelegenheit ließen wir uns nieder und belohnten uns mit Zucker und Koffein. 🙂


Summa summarum war unsere Strecke 19 Kilometer lang, wofür Maps vier Stunden veranschlagt. Wir brauchten mit Pausen und Babies fünf. Am S-Bahnhof Starnberg, also vor der Rückfahrt nach München, zeigte der Schrittzähler 26.500. Wir sind mächtig stolz auf uns und wollen Ähnliches wieder machen, solange die Geduld unserer Babies anhält! Unsere Transportmittel blieben uns auch treu – obwohl es Momente gab, als wir daran zweifelten.:-)

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Route: Theresien geräumt – Ludwigs geräumt – Karl geräumt – Römerstraße – Max-Josef geräumt – Wangener Str. (via Wildmoos) – Leutstettener Moos

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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Barni sagt:

    Da sag ich nur: Reschpeckt und Schappoo! Nächstes Jahr können die Kleinen richtig auf dem Fahrrad sitzen und dann könnt ihr noch spannendere Radtouren fahren! Danke für die tolle Schilderung und Einblick in eure Aktivitäten!

    Gefällt 1 Person

    1. Oh ja, darauf freue ich mich auch schon! Ich hoffe, dass die Zwerge dann immer noch mit so viel Geduld und Vergnügen alles mitmachen, was wir von ihnen abverlangen.

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