Hotel in Frankfurt: von Glückseligkeit weit entfernt

Ausgeruht auf dem Hotel„Wenn man nichts Nettes zu sagen hat, hält man besser den Mund“ und „Es gibt keine schlechte PR“ kamen mir in den Sinn, als ich überlegte, ob ich über dieses Hotel schreiben soll. Ich mache es einfach trotzdem.

Wir waren wieder einmal in Frankfurt und wollten ein neues Domizil ausprobieren. Das Vier-Sterne-Hotel Bliss („Glückseligkeit“) in Bahnhofsnähe war ein Schnäppchen: inklusive Frühstück und Babybett 80 Euro. Einiges gefiel mir. Einiges auch nicht.

Zuerst kommen die Pluspunkte:

Frankfurt Bliss HotelzimmerWas mir natürlich immer gefällt, ist das kostenfreie Babybett. Auch, dass ein Wasserkocher und Kühlschrank vorhanden waren, war bei einer Reise mit Kleinkind sehr praktisch.

Das Design der Räume und des Hotels ist sehr geradlinig, im Zimmer dominierten Weiß, Lila und Schwarz. Vor allem das Bad war sehr hübsch. Neben Bademänteln standen auch weitere Kissen zur Verfügung.

Beim Frühstück war alles vorhanden, wir haben beim Buffet nichts vermisst. Es gab zwar keine Bedienung mit Getränken am Platz oder Eier nach Wunsch, aber das braucht es auch nicht unbedingt.

Die Nähe zum Bahnhof kam uns entgegen, da wir wieder einmal mit dem Zug angereist sind.


So, jetzt, was mir nicht gefallen hat, in chronologischer Reihenfolge.

Ausgeruht auf dem HotelDie Begrüßung an der Rezeption war sehr launisch. Kein üblicher Smalltalk, stattdessen Gemecker, weil es bei unserer Reservierung ein Problem gab, das sich innerhalb von 30 Sekunden klären ließ. Den W-LAN-Code für das kostenlose Internet gab es nur auf Anfrage – wie in den Neunzigern oder so.

Die Umgebung ist ziemlich laut. Obwohl unsere Fenster im vierten Stockwerk nach hinten raus gingen, gab es ein ständiges Stimmengewirr. Ich war schon in anderen Hotels in der Bahnhofsgegend, wo es sehr viel ruhiger zuging.

Der Grundriss des Zimmers war für Leute mit Kinderwagen ungünstig. Von der Tür aus fuhr man direkt auf den kleinen Einbaukleiderschrank zu, das bildete eine Art Windfang. Zwischen Tür und Schrank muss man eine scharfe Rechtskurve nehmen, um ins eigentliche Zimmer zu kommen. Gut, dass unser Bergsteiger KiWa so wendig ist.

Das Zimmer lässt sich nicht abdunkeln. Das sollte in einem Hotel dieser Sterne-Kategorie schon möglich sein. Der Grund: Fast über die Breite des Zimmer verläuft auf etwa 1,50 Meter Wandhöhe ein Fenster, das Schlafzimmer und Bad verbindet. Während die Fenster beim Schlafbereich Gardinen haben, fehlen diese im Bad natürlich. Langschläfer, zu denen wir nicht gehören, haben Pech.

Hinzu kommt, dass im Bad extrem effiziente LEDs eingesetzt sind. Es gibt keine Möglichkeit, dieses Indoor-Fenster abzudecken.

Wir haben uns darauf geeinigt, nachts die Handy-Taschenlampe zu nutzen, wenn einer aufs Klo muss. Wenn einer duscht, kann man ihm zusehen (zu sehen sind je nach Größe und Abstand die Schultern und der Kopf), aber bei anderen Dingen will man ja schon eher seine Privatsphäre. Was in diesem Zusammenhang noch witzig war, ist, dass die Tür zum Bad abschließbar ist.

Nachts schaltete sich die Klimaanlage einfach aus. Blöd, weil wir ja die Fenster wegen des Geräuschpegels der Nachbarschaft geschlossen hielten.

Der Hotelflur hingegen hätte einiges von der Beleuchtung im Bad vertragen können. Im Flur flackerte das Licht schummrig vor sich hin.

Und schließlich weitere Anzeichen, dass das Hotel von irgendjemandem schön geplant war, sich aber jetzt andere darum kümmern: Bei der Kaffeeecke fehlte ein Löffel und die Kaffeesahne. In der Begrüßungsmappe des Hotels lacht zerknittertes und eingerissenes Briefpapier dem Gast entgegen. Löcher in einem der Kissenbezüge und dem Bettlaken. Wenn man erstmal drauf achtet, fallen auch die Kleinigkeiten auf – die Summe macht es eben.


Fazit

Dieses Hotel schafft es nicht in meine Top-Ten. An meinem Geburtstag hätte ich in einem Hotel aufwachen wollen, das mehr „Glückseligkeit“ bringt, aber es hat seinen Zweck erfüllt, wir waren ausgeruht, satt, sauber und glücklich. 🙂

Stattdessen empfehle ich weiterhin das 25 hours by Levi’s, das ich schon beschrieben habe.

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9 Kommentare Gib deinen ab

  1. kinder unlimited sagt:

    Du schreibst tolle hilfreiche Erfahrungsberichte ! Super

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    1. Oh, du bist zum Knutschen, danke!

      Gefällt 1 Person

      1. kinder unlimited sagt:

        knutsch zurück !!!!

        Gefällt 1 Person

  2. kinder unlimited sagt:

    lösch das bitte …..ich würde andere Bilder benutzen, schau mal bei pixabay oder verfremde deinen Süssen….die Fotos wirken zumindest auf mich sehr eigenartig, frag aber besser andere auch 😉 LG

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  3. Barnie sagt:

    Klingt sehr authentisch. Hotels mit diesem Erlebniswert sind heute leider / glückerweise selten geworden. Vor allem die Schlafzimmer-Bad-Fensterversion hat mich sehr amüsiert.

    Gefällt 2 Personen

    1. Dankeschön! 🙂 Die Idee mit dem Fenster find ich ja ganz originell, wurde aber nicht zu Ende gedacht.

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  4. Gruenle sagt:

    Ausgeruht, satt, sauber und glücklich – was will mensch mehr :-)? Herrlich, wie bunt und bildhaft du das beschreibst. Das mit dem Abdunkeln halte ich für das größte Manko.

    Gefällt 2 Personen

    1. 😀 Morgens stört Eltern das fehlende Abdunkeln gar nicht mal so – eher tagsüber, wenn der Knirps schlafen soll, aber nicht kann.

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