Münchner Kindl: mit Baby auf dem Oktoberfest

Der Original-Gesichtsausdruck von Junior, als er sein Wiesn-Herz halten durfte.
„Mei kloane Maus“: Der Original-Gesichtsausdruck von Junior, als er sein Wiesn-Herz halten durfte.

Das musste ja kommen. Hier also mein Beitrag zum Thema Wiesn-Besuch mit Baby. Wann ist die beste Zeit, was nimmt man mit, wo sind Wickeltische und wozu tut man sich das eigentlich an. 🙂 

Die Beantwortung der letzten Frage überlasse ich euch.


Eigentlich wären wir ja schön Mittwochmittag aufs Oktoberfest gegangen. Schließlich gibt es in der Elternzeit keine bessere Zeit. Aber bei den regnerischen Aussichten haben wir es doch auf freitags verschoben. Obwohl ein tolles Kinderwagen-Rennen möglich gewesen wäre. Andererseits – nö, auf der Theresienwiese ist auch bei Regen die Sau los.

Seit diesem Jahr ist es werktags ab 18 Uhr und am gesamten Samstag verboten, mit Kinderwagen aufs Wiesn-Gelände zu fahren. Halleluja! Der gesunde Menschenverstand hat seit langem geschrien, was das soll, die Kiddies im größten Gedränge und auf beängstigender Höhe von 60 cm da durchzuschleusen. Die Schilder sind allerdings etwas missverständlich. Und warum der Sonntag vom Verbot ausgenommen ist, weiß ich nicht.

Ein paar Tipps

– Im Gewimmel ist die Babytrage dem Kinderwagen vorzuziehen. Ich hatte ein gutes Gefühl dabei, meinen Spatz zu spüren, und er blieb trotz des Lärms auch gelassen. Auf meiner Schulterhöhe hat der den Überblick. Wir hatten dennoch den Kinderwagen als Lastenkarre und für Hin- und Rückweg dabei.

– Wenn ihr mit Kinderwagen kommt, achtet zum einen auf die Verbotszeiten und überlegt zum anderen selbst, wann ihr euch und euer Kind am wenigsten stresst.

Achtet auf eure Sachen. Auch wenn ihr am Fahrgeschäft steht und zuschaut, lasst euren Wagen nicht aus den Augen. In den Organizer am Lenker gehört vielleicht ein Getränk, aber kein Geldbeutel.

– Der Lieblingsteddy bleibt besser zuhause. Was auf der Theresienwiese verloren geht, kommt nicht wieder. Und was einmal am Boden lag …

– Das Wiesn-Herz aus Lebkuchen und Zucker ist für alle ein tolles Fotomotiv, weil es für jeden den passenden Spruch, die passende Ansprache und Größe gibt. Auch für kleine Babyhände ist es gut greifbar – gehört aber nicht auf Juniors „Diätplan“. Auch wenn es selbstverständlich ist: Es besteht außerdem Strangulationsgefahr! Einmal umgehängt, sollten Kind und Herz nicht alleine bleiben. (Ende des erhobenen Zeigefingers)
Zusammengefasst: Lebkuchenherzen sind für Babies gefährlich und ungenießbar – also „bloß“ a Gaudi für die Eltern, die aber unbedingt sein sollte. 😉

– Nutzt gerade mit größeren (Klein-)Kindern die Familientage (nächster am 29.9. bis 18 Uhr) und die Mittagswiesn (werktags bis 15 Uhr). Dann gibt es Essen, Fahrten und Weiteres zu reduzierten Preisen.

– Bei der Sanitätsstation des BRK ist für Eltern von Kleinkindern einiges geboten: Wickeltisch, Stillecke, Mikrowelle und Babybetten! Hier könnt ihr euch ein neues Kind aussuchen oder euer eigenes abholen, falls ihr es verloren habt.

– Das Familien-Platzl gibt es erst seit ein paar Jahren. In dieser Seitengasse ist es angenehm ruhig, da keine Fahrgeschäfte lärmen. Außerdem gibt es ebenfalls einen Wickeltisch sowie einen Biergarten zum Verzehr von mitgebrachten Speisen.

– Kinder unter sechs Jahren dürfen nach 20 Uhr nicht mehr in die Zelte.  Und ja, man sieht immer wieder Eltern mit Kindern vor den Zelten anstehen. Ob das der richtige Ort für sie ist? Da die Zelte ohnehin immer voll sind, verlasst euch nicht darauf, dass ihr auch noch mit Wagen reinkommt – außer vielleicht zur Mittagswiesn.

– Auf der Oiden Wiesn geht es etwas gediegener zu. Erwachsene zahlen 3 Euro Eintritt, Kinder bis 14 Jahre sind frei. Damit wird die wilde „Laufkundschaft“ fern gehalten. Dort gibt es unter anderem einen „Limogarten“ und ein Marionettentheater. Historische Karussells und Schießbuden kosten nur 1 Euro.


Meine Wahl

Das herzhafte kulinarische Angebot wird übrigens jedes Jahr größer: Neben den Klassikern Bratwurst und Pommes, Hendl und Steckerlfisch gibt es zum Beispiel vegane Wraps oder Schupfnudeln mit Sauerkraut.

Ich bin und war nie der begeisterte Bierzelt-Besucher, das ändert sich mit Baby wohl kaum zum Besseren. Ich stehe mehr auf die „Oide Wiesn“ mit humanen Preisen, weniger betrunkenem und halbnacktem Jungvolk und – zu Beginn – weniger Andrang. Mittlerweile werden selbst die Kassen, die dem historischen Teil des Volksfestes mit 1-Euro-Fahrgeschäften und Pferderennen vorgelagert sind, hin und wieder wegen Überfüllung geschlossen.

Das Dirndl habe ich für diesen kurzen Spaziergang im Schrank gelassen. 14 Grad waren mir dafür zu kalt, außerdem passt es nicht so gut zur Babytrage. 😉
Junior hat immerhin schon einen Body in Lederhosenoptik vom Lieblings-Fußballverein (NICHT FCB!).


Noch ein kleiner Exkurs: Dirndl ist eine andere Bezeichnung für Mädchen. Und vor 20 Jahren gingen die stolzen Münchner noch nicht verkleidet aufs Fest; die Tracht gehörte den Landei…leuten. Und die wollten sich nicht immer als solche outen.


Habt ihr noch Tipps oder Fragen zu diesem Thema?

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Grünle sagt:

    Viel glernt ;-). Also ab in Jeans und Karohemd auf die Oida Wiesn – gibts dafür auch von außen einen separaten Zugang oder muss man durch das große Gewimmel?

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    1. Ein bisschen Gewimmel muss man sich immer antun. Die Eingänge sind Richtung Festgelände. Wenn ihr aber beispielsweise von der Bavaria oder von der U-Bahn-Station Poccistraße kommt, könnt ihr das minimieren. Hier zur Orientierung: http://www.oktoberfest.info/info/lageplan/

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  2. kinder unlimited sagt:

    Ich war letztes Jahr da, mittags herum, das war ok, aber gegen 3 Uhr wurde es minütlich voller. Ich habe viele Familien gesehen, ich fand das toll!!! Unglaublich guter Bericht, hätte ich letztes Jahr lesen müssen *kicher* 😉

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    1. Danke! Ja, sogar unter den ausländischen Touristen sind viele Familien.

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