Unsere Suche nach einem Babysitter (2) – Auswahlprozess und Kritik

Entscheidung BabysitterWir haben uns als Ergänzung zu Juniors Oma auf die Suche nach einem familienfremden Babysitter begeben. Um unseren Bedarf bekannt zu machen, nutzten wir eine Online-Vermittlungsplattform. Nach der Registrierung stand die eigentliche Arbeit an. 

Hier geht’s zum ersten Teil.

Unser Baby ist auf dem Markt, es darf geboten werden

Betreut.de schaltete nach kurzer Prüfung die Anzeige werktags gegen 18:30 Uhr frei.

Innerhalb der ersten zwei Stunden hatten wir 12 Bewerber, bis zum darauf folgenden Morgen um 9:28 Uhr. Als der Posteingang 32 zeigte, habe ich die Anzeige deaktiviert.

Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel „Arbeit“ werden würde, vorauszuwählen, wen wir kennenlernen möchten! Vielleicht lag es daran, dass wir mehr als den Durchschnittsstundenlohn angeboten hatten, vielleicht waren unsere Angaben auch zu vage. Wie sagt man? Wer Geld verdienen will, muss erst mal Geld ausgeben. Ich adaptiere: Wer Zeit gewinnen will, muss Zeit investieren.

betreut.de-Bewerber nur manuell sortierbar

betreutde_Profile
Beispiel für ein Bewerber-Profil

Die Babysitter sind vor allem Frauen, viele davon in den Zwanzigern, aber auch ein paar Ältere. Wir hatten lediglich einen männlichen Bewerber. Viele von ihnen sind in einem Beruf tätig, bei dem sie mit Kindern zu tun haben, haben eine Ausbildung als Erzieherin, Kinderpflegerin oder Ähnliches. Andere sind Studenten und beschreiben, wie sie seit Jahren auf Geschwister oder in anderen Familien auf Kinder aufgepasst haben.

betreutde_Auswahl
Diese Haushaltshilfen lassen sich auf betreut.de suchen

Um in dieser Vielfalt eine Struktur zu finden, gibt es auf betreut.de wenige Tools. Zum einen lassen sich Favoriten kennzeichnen. Zum zweiten verfügt jeder Bewerber über ein (hoffentlich) aussagekräftiges Profil mit Foto, persönlichem Vorstellungstext und Liste, welche Leistungen er erbringt. Die in Aussicht gestellten Bewertungen und Referenzen fand ich aber nur ganz selten vor.

Was mir fehlte:

betreutde_Posteingang
Der Merkzettel bei betreut.de ist dem Posteingang untergeordnet, ist aber nur mit den Profilen, nicht mit den Nachrichten verknüpft.

Es fehlt die Option, sortieren zu können, wem ich bereits geantwortet (abgesagt) hatte, und bei wem noch Prüfung und Antwort ausstehen. Der einzige Hinweis ist ein „(2)“ beim jeweiligen Absender, um anzuzeigen, dass es zwei Texte (also Bewerbung und Antwort) gibt. Anhand des Posteingangs ist auch nicht zu erkennen, wer schon auf der Merkliste steht; ich stelle mir da so etwas wie ein kleines Sternchen, Herzchen, Haken oder so vor. Und obwohl die Merkliste dem Posteingang untergeordnet ist, werden nur die Profile, nicht die Bewerbungsschreiben hinterlegt – diese muss man sich erst wieder raussuchen. Nur bei Favoriten ist es möglich, eigene Kommentare zu hinterlassen. Wenn man auf das Profil eines Favoriten klickt, ist dort nicht zu sehen, dass dieser sich beworben hat.

Über den Aufwand nach einer erfolgreichen Anzeige

Entscheidung Babysitter
Ratlosigkeit: Welcher Babysitter ist der richtige?

Wenn man sich mit jedem Bewerber auch nur vier Minuten beschäftigt – wenn das denn reicht –, dann macht das schon über zwei Stunden! Das kommt bekanntermaßen schnell zusammen: Bewerbung lesen, Profil lesen, antworten. Schließlich habe ich die Profile und Anschreiben als erstes danach überflogen, ob es ein Ausschlusskriterium gibt, wie eine fehlende Haftpflichtversicherung. Die ist nämlich zwingend notwendig.
Zu Beginn habe ich individuelle Absagen formuliert, weil ich mir dachte, dass es den Bewerbern vielleicht weiterhilft, wenn sie die Gründe kennen. Irgendwann habe ich das gelassen, wenn die Bewerbungen nicht auf uns zugeschnitten waren.

Schließlich habe ich mir das Ultimatum gesetzt, alle Bewerber entweder auf den Merkzettel zu setzen oder ihnen abzusagen. Sieben Namen wanderten auf den Merkzettel, den ich dann meinem Mann vorlegte. Er guckte nochmal mit anderen Augen drauf – und da war sie dann. Ich war fast ein bisschen aufgeregt. Wie beim Online-Dating. Ich schrieb ihr eine Nachricht, ob wir uns zum Kennenlernen treffen könnten.


Das Gute ins Töpfchen, das Schlechte ins Kröpfchen: Auswahlkriterien

… so einfach wie im Märchen ist es nicht.

  • Zu allererst muss die Chemie stimmen. Dazu gehört auch, dass wir unkompliziert Fragen und Regeln auf Deutsch absprechen können. Und dass der Babysitter nett ist. 🙂 Aber weder in Schriftform noch von Angesicht-zu-Angesicht lässt sich das einfach erkennen. Der Babysitter sollte die Familie auch mögen – nicht ganz unwichtig.
  • Für Sicherheit und Wohlbefinden aller Beteiligten sollte gesorgt sein. Daher ist es wichtig, dass der Babysitter sich mit Erster Hilfe am Kind auskennt und selbst versichert ist.
  • Mir erschien es wichtig, dass die/der Babysitter/in in der Nähe wohnt oder arbeitet. Natürlich könnte man erwarten, dass sie/er sich bemüht zuverlässig zu sein, Staus einkalkuliert, aber ich mag keine bösen Überraschungen.
  • Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Kinder in unterschiedlichen Altersklassen ganz unterschiedlich ticken, mein Junior sollte für den „Baby„-Sitter kein Experiment sein.
  • Wir dachten uns, dass es bestimmt gut ist, wenn wir gleiche jemanden längerfristig, also für die nächsten Jahre, finden. Denn nach der Elternzeit werden wir ihn wohl mehr denn je brauchen. Dann ist es super, wenn er oder sie auch im Krankheitsfall aufpassen kann. Und wenn schon feststeht, dass er oder sie nur für ein paar Monate in der Stadt bleibt oder in absehbarer Zeit durch Karriere oder Familie andere Verpflichtungen eingehen muss, dann ist das natürlich ungünstig. An dieser Stelle fragte ich mich schon, ob das ein zulässiges Kriterium ist – in einer Festanstellung wohl nicht.
  • Ohne Frage sollte der Babysitter zu den Zeiten verfügbar sein, wenn wir in der Regel unsere Dates veranstalten.

Wie die Suche endete, erzähle ich morgen. Hier geht’s nochmal zum ersten Teil.


Hinweise

  • Ich habe für diesen Blogbeitrag keine Gegenleistung erhalten.
  • Die im Text geäußerte Meinung sowie die verwendeten Bilder sind meine eigenen.
  • Die Screenshots habe ich auf der Website von betreut.de geschossen.
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9 Kommentare Gib deinen ab

  1. kinder unlimited sagt:

    Die Auswahl ist sicher schwierig und aufwändig. Ich würde, wenn ich mein kleine (!) Kind mit einem Babysitter alleine lasse, eine Kamera irgendwo installieren ! Aber vielleicht bin ich da auch paranoid 😉

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    1. Ich glaube, dieser Gedanke ist in der Tat schon vielen Eltern gekommen, und einige haben es auch umgesetzt. Aber wenn ich so unsicher mit meiner Wahl bin, sollte ich ihn/sie nicht alleine mit dem Kind lassen – eingreifen könnte man im Nachhinein nicht mehr.

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      1. kinder unlimited sagt:

        eine Freundin von mir hat sehr schlechte Erfahrungen gemacht, man sieht es den Menschen nicht an und heutzutage gibt es die Technik, warum nicht nutzen ? Besonders wenn Kinder klein sind!

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      2. Oh je, was ist bei ihr denn passiert?

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      3. kinder unlimited sagt:

        ich möchte nicht in Details gehen, aber das Kind brauchte Therapie! Es ist ein seltener Fall, aber er passiert! Deshalb bin ich für Kameras. Wäre ich Babysitter, hätte ich nichts gegen eine Kamera 😉

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      4. Uiuiui! Ja, da verstehe ich den Argwohn.

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      5. kinder unlimited sagt:

        wahrscheinlich gewinnt man auch nicht im Lotto, aber theoretisch besteht die Chance 😉

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