Unsere Suche nach einem Babysitter (3) – Ergebnis und Papierkram

Babysitter oder kein Babysitter, das ist hier die Frage. 

Liebevoller und kompetenter Babysitter: Junior und seine Oma im Wildpark
Liebevoller und kompetenter Babysitter: Junior und seine Oma im Wildpark

Der Termin mit der Babysitterin in spe fand wie geplant statt. Sie war pünktlich, freundlich, und der kleine Mann lachte sie an. Obwohl eigentlich alles gepasst hätte, haben wir uns dann doch dagegen entschieden. Nicht gegen diese eine Bewerberin, sondern gegen (familien)fremde Babysitter an sich. Oder zumindest aufgeschoben. Ist das nicht ein bisschen verrückt? Da macht man sich so einen Kopf ums liebe Kind, und am Ende bleibt doch alles beim Alten. Was war passiert?

Rückblick: Wir haben den kleinen Mann schon mit etwas mehr als drei Monaten in die Obhut von Fremden gegeben, in unserem ersten Urlaub. Da waren die Rahmenbedingungen aber anders als beim Babysitting in München: Das Hotel trat als großer Bürge für die Babysitter auf, gab in gewissem Sinne also eine Empfehlung ab. Im „Kindergarten“ waren die Wände mit Danksagungen glücklicher Kinder und erholter Eltern tapeziert. Die Betreuungsstätte war unter demselben Dach wie unser Zimmer, ohne dass wir uns um unser Hab und Gut hätten sorgen müssen. Bezahlung, Versicherung, Zeiten, alles war klar geregelt. Und wenn wir Sehnsucht hatten, konnten wir auch einfach mal vorbeischauen.


Als sich nun unsere Suche nach einem Babysitter für den Alltag dem Höhepunkt näherte, stellte ich mir einen Haufen an Fragen:

  • Wie ist das nochmal mit Schwarzarbeit, Minijob und so?
  • Brauche ich eine Rechnung, die ich von der Steuer absetzen kann? (Steuerlich absetzbar sind 2/3 der Kosten, maximal 4.000 Euro jährlich. Mehr dazu hier.)
  • Braucht der Babysitter zur Rechnungsstellung einen Gewerbeschein? (Das hängt vom Babysitter ab: Handelt es sich um eine „auf Dauer angelegte Tätigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht“? Ich interpretiere, wer nur ab und zu bei jemandem sittet und damit nicht seinen Lebensunterhalt bestreitet, der geht nicht gleich einem Gewerbe nach. Aber: Diese Angabe ist ohne Gewähr und keine Handlungsempfehlung!)
  • Muss ich, und wenn ja, wo und in welcher Höhe muss ich den Babysitter bei der Unfallversicherung anmelden? (Ja. auch wenn es die meisten nicht machen! Bei bis zu zehn Stunden pro Woche macht das 35 Euro im Jahr. Quelle: Gesetzliche Unfallversicherung Bayern )
  • Hat der Babysitter die passende Haftpflichtversicherung? (Den Unterschied zwischen bezahltem und unbezahltem Babysitter könnt ihr hier nachlesen. Auf jeden Fall ist erstens eine Haftpflichtversicherung und zweitens ein Eintrag/ eine Erweiterung nötig.)
  • Brauchen wir einen Vertrag? (Es ist in jedem Fall besser, Absprachen niederzuschreiben.)

Was ich erst später realisierte: Nicht jeder Bewerber, der beruflich mit Kindern arbeitet, kennt sich mit den rechtlichen Voraussetzungen für haushaltsnahe Dienstleistungen aus. In der Regel gibt es das Geld bar auf die Hand und ohne Fragen.

Und die Sicherheitsbedenken um Kind und Besitz kann einem auch keiner nehmen.


Nachdem es ohnehin schon an uns genagt hatte, einer Fremden zu vertrauen, der Versicherungs- und Papierkram uns einschüchterte und Oma nun anbot, auch mal zu später Stunde aufzupassen, verpassten diese Fragen dem Projekt „Babysitting“ den Todesstoß.

Die Lösung: Für das Geld, das ein Babysitter kostet, bezahlen wir jetzt ein Taxi, das Oma wieder nach Hause bringt. Klingt total banal. Warum wir da nicht gleich dran gedacht haben, fragt ihr? Manchmal braucht man eben ein bisschen Druck.

Und nächsten Freitagabend freut sich Oma auf ein Rendezvous mit Junior und wir uns auf einen Kinoabend zu zweit. 🙂

Zu den Teilen 1 und 2 des Erfahrungsberichts geht es hier:


Hinweise

  • Ich habe für diesen Blogbeitrag keine Gegenleistung erhalten.
  • Die im Text geäußerte Meinung sowie die verwendeten Bilder sind meine eigenen.
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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. kinder unlimited sagt:

    perfekte Entscheidung, meiner Meinung nach;-) Ihr könnt jetzt in Ruhe entspannen. Ein Babysitter kann ja helfen, wenn der Kleine älter ist und darüber reden kann. Ich würde mich da auch sehr viel sicherer fühlen 😉

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    1. Ich glaube, wenn er älter wird, ist er so ein frecher (und doch irgendwie engelsgleicher) Frechdachs, dass er jeden Babysitter zum Heulen bringt. Aber die Zeit wird’s zeigen. 😉

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  2. Grünle sagt:

    Hätte ich auch so gemacht. Diese ganze Versicherungs-Papierkram-Geschichte, nein danke. Las sich ja fast wie ein Krimi. Ja, manchmal muss man echt alles durchspielen, um aufs nächstliegende zu kommen. Glückwunsch zur Oma in Taxi-Entfernung.

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    1. Ja, das ist erstmal für alle die beste Lösung. Und irgendwie ist das Leben mit Kind doch ein Krimi. 🙂

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