Erstes Mal … mit Baby auf einer Hochzeit: Nicht jeder ist eine Party-Maus

Schick haben wir uns alle gemacht. Der kleine Mann stahl uns natürlich die Show.
Wir hatten uns schick gemacht. Der kleine Mann stahl uns natürlich trotzdem die Show.

Junior geht gerne früh zu Bett, so wie seine Eltern. Na gut, nicht ganz genauso, wir dürfen schon a bisserl länger wach bleiben. Wenn er sich schon sonst nicht an feste Zeiten hält, dann doch daran, dass gegen 19:30 das System runtergefahren wird; die zurückbleibende „Notbesatzung“ wird dann schnell mürrisch. Deshalb sagten wir schon vor Wochen, als der Zeitplan für eine Hochzeit in München stand, die wir besuchen wollten, dass wir nicht lange bleiben würden. Der kleine Mann mag sein eigenes Bett und er mag die Ruhe. Unterwegs in Babytrage, Kinderwagen oder Autositz zu schlafen, wenn es schön schaukelt oder ruckelt und nicht zu laut ist, das passt schon. Alles darüber hinaus ist Glückssache.

So haben wir also die erste größere gesellschaftliche Veranstaltung erlebt:

Vorbereitung

  • Junior hatte etwas Bequemes und Warmes an. Keine Krawatte, keine schicken Schuhe. Im Fall einer Herbst-Hochzeit ist es ja dann doch eher wichtig, dass er in der Kirche nicht friert.  Um sein Aussehen braucht ER sich noch nicht sorgen.
  • Er fuhr in seinem neuen Buggy vor, in dem er schon ein paar Mal zuvor eingeschlafen ist. Gute Voraussetzungen.
  • Er hatte einiges an Gepäck dabei: zwei Mahlzeiten, Wickelzeug, Spielsachen, seinen Träger und seine Zofe.

Bei Laune halten 

  • 12:15: Vor dem Gottesdienst gab es im Gemeinderaum unter der Kirche Getränke und (un+)belegte Semmeln. Junior war erstmal nicht so begeistert, weil er hauptsächlich mein selbst gebackenes Brot kennt, aber schließlich verflüssigte er genüsslich sein Backwerk.
  • 13:00-14.30: Während seines allerersten Gottesdienstes war er recht brav. Nur echt schwer. Wart ihr schon mal in einem altkatholischen Gottesdienst? Ganz schön viel Rumstehen! Zum Glück übernahm mein Mann das Tragen.
  • In den Phasen, in denen wir doch mal saßen, gab’s ein, zwei Löffelchen Brei, dann wurde mit Mamas Rock und immer wieder mit einem an einer Schnur befestigten Ball gespielt und begeistert dem Gesang gelauscht. Die Nachbarin sang wohl besser als Mama, sie hatte jedenfalls sein Aufmerksamkeit.
  • Ein Blick auf andere Eltern zeigte, dass sie ähnliche Bespaßungsstrategien verfolgten wie wir. Auch sie setzten sich, wenn die kleinen Kinder auf dem Arm zu schwer wurden.

Wach halten, einschläfern

  • 15:00: Die Trauung fiel direkt in seine Mittagsschlafzeit gegen 13 Uhr, darum war es nicht verwunderlich, dass er die Fahrt in der Sonder-Tram zur Feier-Location verschlief. Ansonsten war an Schlafen nicht zu denken – alles viel zu interessant!
  • 15:30-17:00: Während Mama und Papa beim Sektempfang mit alten Bekannten redeten, war der kleine Mann mit den großen Augen eher passiv. So viele Leute! So viele Eindrücke, die verarbeitet werden mussten.
  • Sobald wir wieder mit dem Buggy in die Straßenbahn einstiegen, schien der Stress vom Baby abzufallen. Nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt waren wir wieder zuhause: Junior quiekte und quietschte, erkundete freudig seinen Teppich und das Wohnzimmer. Er war wieder in seinem Revier! Alles richtig gemacht. 🙂

Fazit

Wir hatten im Vorfeld schon überlegt, ob wir nicht doch irgendwie länger bleiben können, um mit unseren Freunden das große Ereignis zu feiern. Möglichkeiten gibt es ja:

Kind bleibt dabei, versucht mal auf dem Arm oder im Wagen zu schlafen.

Eltern nehmen sich im Hotel ein Zimmer und hoffen darauf, dass er dort alleine schlafen kann.

Baby bleibt zuhause beim Babysitter.

Auf manchen großen Hochzeiten ist ein Babysitter vor Ort (eher für die wachen Kinder).

Kein Kind ist wie das andere, genauso wenig wie dessen Eltern. Ich kenne Kinder, die im Zentrum des Geschehens aufblühen und nach kleinen Nickerchen wach bleiben bis um eins. Anderen sind schon die ungewohnten Abläufe in der Kirche und beim Essen zu viel. Am Ende muss jeder selbst entscheiden, was das Beste für die ist, die noch nicht mitreden können. Wie macht ihr das? Hat sich mit der Zeit etwas geändert?


Zum Thema Betten hab ich mich ja auch schon ausgelassen: https://lifeaintover.de/2015/09/24/bettgeschichten-wie-viele-betten-ein-baby-im-ersten-jahr-durchprobiert/

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8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Barnie sagt:

    Absolut ein Genuss, wie „die Zofe“ das Event beschreibt. Offensichtlich unterm Strich doch die richtige Strategie, vor allem was die Logistik (Brei, Spielzeug und Co.) betrifft. Wir selbst haben uns sowas nicht getraut in die Kirche mitzunehmen, entsprechend waren dann die Kinder „unzufrieden“ und haben sich dann andere Beschäftigungen gesucht. Wir wissen bis heute nicht wie es ankam, als bei einem Krippenspiel das Jüngste vor zur Krippe krabbelte und mit dem Jesuskind (Puppe) spielen wollte. Wir selbst fanden´s drollig. Das Größere kommentierte die zu lange Predigt (nach ca. 7 Minuten) mit lautem „Alle, alle“, was soviel wie „Endlich aufhören!!!“ bedeutete. Von den tötenden Blicken der anderen Besucher haben wir uns bis heute nicht erholt :-).

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  2. Cathi sagt:

    Wir waren mit unserer sieben Monate alten Tochter vor einer Woche auf einer Hochzeit. Da unsere Kleine von Anfang an gewohnt ist mit uns zusammen auf Treffen mit Freunden oder Feiern zu gehen waren wir relativ sicher, daß sie uns nicht früh nach Hause gehen lässt. 😉Die Trauung hat sie vor sich hin plappern verfolgt. Sie hat zwischendurch mit ihrem Papa auf dem Schaukelstuhl geschlafen und war ansonsten sehr fit und neugierig auf ihre Umgebung. Wie du schon beschrieben hast ist jedes Kind anders und man sollte für sich selbst entscheiden wie lange man bleibt. Ich hatte jedoch das Gefühl, das manche es befremdlich fanden als wir um ca. 22:00 Uhr mit der Kleinen die Tanzfläche stürmten. Jedoch hatte sie dann auch wechsende fröhliche Tanzpartner.😀 Wir sind dann gegangen, als die Kleine mit offenen Augen geschlafen hat. 😉

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    1. In Italien und Spanien gehen Kinder ja auch nicht so früh ins Bett und tanzen auf jeder Party. Hängt mit Sicherheit viel davon ab, was die Kleinen gewöhnt sind. Und ob man sie mal einem andere in die Hand drücken kann 😉

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  3. Gruenle sagt:

    Die Erfahrung, dass das Kind richtig aufblüht, wenn es wieder zu hause ist, haben wir auch oft gemacht. Welt erkunden ja bitte, aber immer im richtigen, individuell zum Kind passenden Maß. Und nur nicht verunsichern lassen. Ob jetzt spätes Stürmen der Tanzfläche oder frühes Verabschieden. Nur Eltern kennen ihr Kind gut genug, um den schmalen Grad zwischen gerade noch Voll-gut-drauf und entnervtes Geschrei richtig einzuschätzen. Was wirklich zählt, ist dass ihr euch anscheinend wohl gefühlt habt. Das gilt für Familienfeiern ebenso wie für ne Hochzeit unter Freunden.

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  4. kinder unlimited sagt:

    Ich glaube, Kinder spüren auch, wenn die Eltern sich wohlfühlen und wenn sie oft mitgenommen werden, gewöhnen sie sich an fremde Umgebungen! Das ist jedenfalls meine Erfahrung 😉 Du scheinst für Dein Kind ja ALLES perfekt gemacht zu haben. Glückwunsch!!!

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  5. Wir hatten das große Glück letztes Jahr an vier Hochzeiten teil zu nehmen. Eine war eher klein und Familiär die ging ohne Probleme. Bei einer davon war mein Mann Trauzeuge, da war „früh“ nach Hause gehen etwas na ja unmöglich. Für mich war aber von Anfang an klar – ich gehe mit dem Kind nach Hause.

    Er meisterte den Tag super – Mittagsschlaf fand dank Kinderwagen und Spaziergang statt und gegen 22 Uhr ging es für den kleinen und mich nach Hause. Zuhause schlief er dann in aller Ruhe ein. Mein Mann feierte noch die Nacht durch – so waren alle Zufrieden 😉

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