Welchen Kindersitz braucht mein Kind?

Beispiel Kindersitz Cybex Juno 2fix
Beispiel Kindersitz Gruppe 1

Wir brauchen einen Kindersitz für unser Baby. Unser Junior hätte bald die Belastbarkeit der Babyschale gesprengt, die wir als Autositz genutzt haben. Sie hat ihren Dienst gut und gewissenhaft verrichtet (z. B. hier), aber jetzt ist sie mit dem kompletten Kombi-Kinderwagen weg. Obwohl wir kein eigenes Auto haben und häufig öffentliche Verkehrsmittel nutzen, brauchen wir einen Autositz, sei es für den Großeinkauf, für Ausflüge ins Umland oder gar für einen Urlaub. Da ich kein Experte in Sachen Auto bin, sondern mich immer nur nach Bedarf informiere, stand ich erstmal ohne Plan da. Aber nur kurz. Recherchieren ist schließlich meine Stärke. 😉 Und für euch gibt’s als Service eine „schöne“ Checkliste.


Vorarbeit: Was brauchen wir, was gibt’s, wo sind die Unterschiede?

Unser Kleiner bewegt sich auf die 10 kg zu. Ein Sitz, der ab der Geburt zu verwenden ist, scheint mir daher nicht mehr sinnvoll zu kaufen. Ein Sitz, der für Kinder von 9 bis 18 kg – etwa dreieinhalb Jahre – gedacht ist, gehört der Klasse 1 an. Wenn Junior aus dem Kleinkindalter raus ist, möchte ich ihm einen neuen, seinem Alter entsprechenden Sitz geben. Die nächste Gewichtsklasse wäre bis 36 kg, also bis zwölf Jahre. Diese Gewichtsklassen sind in der ECE-Regelung Nr. 44 festgelegt.

Es wird im Allgemeinen empfohlen, dass Kinder im Auto so lange wie möglich gegen die Fahrtrichtung sitzen. Mal habe ich 15 Monate, mal sogar 18 Monate gelesen. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) schreibt vor, dass Kinder erst ab 9 kg Körpergewicht vorwärts sitzen dürfen, weil bei einem Frontalaufprall der viel zu große Kopf nach vorne geschleudert wird. Die Autositze der Klasse 0/0+, in der Regel Babyschalen, sind immer rückwärts einzubauen (Reboarder). Die Sitze der Klasse „i-size“ sind bis 15 Monate rückwärts einzubauen und dann häufig drehbar. Hersteller wie Cybex versuchen Sitze zu konstruieren, die ab neun Monaten vorwärts ebenso viel Sicherheit bieten.

Isofix ist die sicherste Art, einen Kindersitz im Auto zu montieren. Der Sitz wird dabei starr mit der Karosserie des Fahrzeugs verbunden. Es ist quasi ausgeschlossen, Gurte falsch anzubringen und so die Sicherheit des Kindes zu gefährden. Da wir aber immer wechselnde Autos haben, ist es vermutlich etwas aufwändiger, den Sitz zu wechseln, je nachdem wie einfach die Isofix-Haken im Auto zugänglich sind. Aufgrund der wechselnden Fahrzeuge brauchen wir einen Sitz, der zur Not auch mit dem Drei-Punkt-Gurt angeschnallt werden kann. Viele Sitze mit Isofix können zusätzlich stabilisiert werden. Entweder sie haben einen Stützfuß oder sie werden über die so genannten top tether, spezielle Befestigungshaken im Auto, gesichert. Da wir uns diese Zusatzleistung beim häufigen Sitzwechsel sparen wollen, verzichten wir auf die beiden Stabilisatoren lieber.

Hatte ich schon erwähnt, dass wir den Sitz häufig wechseln müssen? 😉 Wenn ein Autositz soviel wiegt wie ein Kinderwagen, dann ist das eine schweißtreibende Angelegenheit. Wenn er „nur“ soviel wiegt wie ein Buggy, klappt das schon eher.

Eine Schlaf-/ Liegefunktion am Sitz ist auch noch schön, nicht einfach nur Luxus.


Preis und Auswahl

Checkliste Autokindersitz
Hier gibt’s meine Checkliste.

Je nach Alter des Kindes und je nachdem, ob Isofix gewünscht wird, kostet ein Kindersitz ab etwa 200 Euro bis 500 Euro. Ein höherer Preis macht den Sitz nicht besser. In Eltern-Gruppen auf Facebook, in Foren, bei ebay & Co. werden viele gut erhaltene Sitze angeboten. Wenn du einen Sitz neu kaufst, gibt es häufig vom Hersteller oder vom Händler das Angebot, einen Sitz nach einem Unfall kostenlos auszutauschen.

Solltet ihr auch gerade nach dem passenden Autokindersitz suchen, hilft euch vielleicht meine Checkliste, eure Anforderungen zu sortieren. Checkliste Autokindersitz

Meine Kriterien waren schließlich folgende. Diese habe ich dann noch mit den letzen Paar Tests der Stiftung Warentest abgeglichen – ein Hoch auf mein Archiv! Heute (30.10.2015) kommt übrigens der nächste Test raus.

  • Gewichtsklasse 9-18 kg
  • mit Isofix sowie mit Autogurt zu befestigen
  • inklusive Schlafposition
  • rückwärts wie vorwärts einzubauen
  • ohne Stützfuß oder top tether
  • leicht
  • maximal 250 Euro
  • gebraucht oder neu

Wenn man ein Modell gefunden hat, das stimmig klingt, muss man sehen, ob es zum Fahrzeug passt. Gerade auf der Rückbank, wo der Kindersitz idealerweise hinkommt, ist je nach Fahrzeugmodell unterschiedlich viel Platz. Wenn du mehrere Personen oder Kindersitze unterbringen willst, musst du das berücksichtigen. Dazu empfehle ich den Artikel in der Stiftung Warentest Ausgabe 7/2015 über die Eignung von Automodellen für den Kindersitzeinbau sowie die Übersicht auf test.de/Kindersitzeinbau.

Isofix-Haken sind zwar genormt, der Abstand ist immer gleich breit, aber nicht jeder Isofix-Kindersitz passt zu jedem Auto. Die Kindersitz-Hersteller geben Listen dazu heraus, die online beispielsweise so aussehen:

Screenshot cybex isofix fahrzeugmodelle


Unser neuer Autokindersitz kommt übrigens heute mit der Post! 🙂

UPDATE: Hier geht’s zu den ersten Eindrücken vom neuen Kindersitz Cybex Juno 2-fix: https://lifeaintover.de/2015/11/03/test-sitzen-autokindersitz-cybex-juno-2-fix/


Hinweise

  • Ich habe für diesen Blogbeitrag keine Gegenleistung erhalten.
  • Die im Text geäußerte Meinung ist meine eigene. Ich kann keine professionelle Kaufberatung anbieten.
  • Screenshot und Produktbild habe ich der Website von Cybex entnommen.
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10 Kommentare Gib deinen ab

  1. kinder unlimited sagt:

    sehr interessant und bis 9 kg ist es immer noch so ein Maxi Cosi Ding ?

    Gefällt 1 Person

    1. Ich muss jetzt mal raten, was du mit „es“ meinst. Unsere Babyschale ginge laut Hersteller bis 10 kg – ist aber eng. Die Babyschalen, die nicht zum Kinderwagen gehören, sehen in der Tat wie Maxi Cosi aus. Der Hersteller Maxi Cosi bietet aber auch reine Autositze und auch für mehr als 9 kg an.
      Äh, war da deine Antwort dabei? 🙂

      Gefällt 1 Person

      1. kinder unlimited sagt:

        PERFEKT, danke, ich bin mit meinem Wissen nicht up to date habe ich an Deinem tollen Beitrag erkannt !!

        Gefällt 1 Person

  2. Welcher ist es denn nun geworden ? Oder hab ich das überlesen?
    Wichtig finde ich übrigens das der Sitz vor dem kaufen getestet wird – also einmal
    Probe sitzen 😉
    Wir hatten vor 1 1/2 Jahren überlegt einen zweiten Sitz für Oma und Opa zu kaufen – einer der dann gleich den reboarder ablösen kann wenn der kleine alt genug ist – also klasse 1/2/3 oder eben 2/3 wenn ich es noch recht im Kopf habe

    Leider ging unser Plan nicht auf den Mini Mann weigerte sich schreiend und weinend in einem Kindersitz mit fangkörper zu sitzen, dass wollten wir ihm nicht an tun.
    Also gab es keinen ersatzsitz und wir fahren immer noch mit 5 Punkt Gurt im reboarder 😀

    Vg

    Gefällt 1 Person

    1. Nein, das hast du nicht überlesen. 🙂 Das löse ich am Dienstag auf – morgen findet nämlich die erste Probefahrt statt und ich kann mir einen ersten Eindruck verschaffen, ob die Wahl gut war. Im Wohnzimmer ist Junior bereits probegesessen und sah dabei sehr vergnügt aus. Ich drücke die Daumen, dass er so positiv gestimmt bleibt.
      Ich hoffe, dass Mini-Mann noch ein Weilchen rein passt? Gerade gelesen, dass Experten mittlerweile das Rückwärtssitzen bis zweieinhalb Jahren empfehlen.

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      1. Rein passen würden die meisten wohl mit nein beantworten. Er ist jetzt 2 Jahre und 4 Monate und die Beine sind natürlich schon ziemlich lang aber er beschwert sich nicht 😉 die Beine legt er meist hoch oder zur Seite – also für ihn ist es scheinbar echt machbar 😉

        Dann bin ich gespannt auf Dienstag und drücke ganz fest die Daumen 🙂

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  3. Lucia sagt:

    Hey
    Toller Beitrag! Man fühlt sich richtig, als stünde man selbst vor der großen Frage und erhält aber direkt schon passende Antworten! 😀
    War wirklich sehr hilfreich, Dankeschön 🙂

    LG
    Lucia

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