Mein Ego ist glücklich: Gipfel erklimmen mit Baby

Wir hatten erstmalig ein verlängertes Wochenende mit allen engsten Verwandten: mit meinen Eltern, Geschwistern, fast allen Partnern und Sprösslingen. Wir wohnten in dieser Zeit in der Villa Rosen in Osterhofen in Oberbayern, von der ich bereits berichtet hatte: Kurzurlaub für die Großfamilie: Teil 1 – Unterkunft

Im zweiten Teil geht es um Ausflüge und Verkostung.


Ausflüge

Junior genoss nicht die Aussicht sondern das Schaukeln - und schlief.
Junior genoss nicht die Aussicht sondern das Schaukeln – und schlief.

Wir hatten für den Kurzurlaub einen Buggy dabei, der für die Reise und einfache Fahrten, etwa zum Essen, diente. Gerade, wenn ein Nickerchen fällig ist, ist es ja praktisch, das Kind auch mal ablegen zu können.

Für die Wanderungen ist die Babytrage die einzige richtige Wahl. Gutes Schuhwerk ist dabei unabdingbar! Es ist schon einfach genug, in der Stadt zu stolpern, auf einem steilen Weg mit Baby vorne dran ist das Risiko um einiges höher.

Der erste Ausflug führte auf den Wendelstein. Der eine Teil der Gruppe nutzte dafür die Seilbahn, die gleich in Osterhofen startet, der andere Teil machte den zweieinhalbstündigen Aufstieg zu Fuß. Die Seilbahn kostet 20,50 Euro pro Erwachsenem für Rauf- und Runterfahrt.

In der Seilbahn hatte Junior gequengelt, weil es ihm offensichtlich zu voll und zu heiß war. An der Bergstation angekommen, schälten wir ihn daher aus seinem Overall. Nur seine abnehmbare Kapuze ließen wir als Sonnenschutz auf seinem Kopf.  Von der Bergstation ging es zu Fuß auf den Gipfel, wo sich eine Sternwarte der LMU und die Sendestation des Bayerischen Rundfunks befindet. Die Kleinen im Schulalter – Nichte und Neffe – haben den Aufstieg auch bemerkenswert klaglos gemeistert.

Den Gipfel erklommen: Junior, Mama und Papa schauen vom Wendelstein runter
Den Gipfel erklommen: Da haben alle was zum Gucken.

Der Ausblick war grandios! Wir hätten uns kein schöneres Wetter dafür wünschen können – erst recht nicht Ende Oktober, Anfang November! Eine besondere Wetterlage mit Föhn sorgte für Sonnenschein, Wärme und weite Sicht über die sich hintereinander schichtenden Bergketten auf der einen und über das Alpenvorland auf der anderen Seite.

Zurück nahmen wir die Panoramaroute, so konnten wir den Ausblick noch länger genießen. Rauf brauchten wir etwa 40 Minuten, runter etwa 30. Ich bin jedenfalls sehr stolz darauf, meinen Knirps in so luftige Höhen und wieder heil runtergebracht zu haben.

An der Bergstation der Seilbahn endet übrigens auch eine mehr als 100 Jahre alte Zahnradbahn, die den Berg auf der anderen Seite hochklettert. Vielleicht fahren wir das nächste Mal damit.

„Junior, wie macht die Kuh?“

Die zweite Wanderung ging direkt hinter unserem Ferienhaus los: von Osterhofen über Hochkreuth nach Bayrischzell und entlang der Bahnstrecke zurück. Und wieder hatten wir ein Wetter, das nicht auf Ende Oktober, aber perfekt zum bunten Herbstlaub passte. Die Bäume glühten förmlich. Rauf nach Hochkreuth ging es ziemlich steil, was Junior natürlich entspannt verschlief, zurück ging es immer wieder, aber sanfter, auf und ab. Insgesamt benötigten wir für den Rundweg etwa 105 Minuten. Ich finde, ich habe die zusätzlichen zehn Kilo sehr gut weggesteckt! – Vielleicht habe ich wegen dieses Extragewichts trotz Süßkram, Wein und Pizza nicht zugenommen. 😉


Zukunft

Wir haben darüber nachgedacht, wie solche Ausflüge sich wohl wandeln werden und sind zum Schluss gekommen, dass sich unsere Mobilität mittelfristig einschränken wird: Junior wird schwerer und aktiver, kann dann nächsten und übernächsten (und überübernächsten?) Sommer aber noch nicht gut genug laufen, um bei Steigungen und mittellangen Strecken mitzuhalten – alleine der Weg zur Kita wird wohl ein Abenteuer werden.

Wir hatten gar nicht auf dem Schirm, wie schnell und einfach wir in der Region Tegernsee-Schliersee-Bayrischzell sind. Dorthin wird es uns wohl häufiger ziehen.


Versorgung

Im fleischlastigen Restaurant
Im fleischlastigen Restaurant „Zum Wurz“ in Osterhofen

Wer sich in der Unterkunft Villa Rosen selbst verpflegen möchte, findet in Bayrischzell einen Supermarkt (Tengelmann) mit ganz normalen bayerischen Öffnungszeiten, der in fünf Minuten mit dem Auto zu erreichen ist. Dort deckten wir uns zweimal ein. Außerdem backten meine Nichte und ich am ersten Abend noch ein Brot. Alternativ gibt es im Ferienhaus Villa Rosen auch einen Brötchen-Dienst, den man bis zum Abend davor bestellt.

Das nächste Restaurant in Osterhofen befindet sich fünf Minuten Fußweg entfernt: „Zum Wurz“ ist auf Fleisch spezialisiert. Soweit ich mitbekommen habe, sind die darin auch richtig gut. Zum Teil werden Jungbullen direkt von den Wiesen in der Nähe serviert, was natürlich seinen Preis hat, aber durchaus ein besseres Gewissen verschafft. Das Fleisch lässt sich in der Vitrine oder auf der offenen Feuerstelle ansehen.

In der Nähe von Hochkreuth: Landet ihr auf dem Grill?
Nahe Hochkreuth: Landet ihr auf dem Grill?

Was die vegetarischen Gerichte angeht ist Zum Wurz in einer Hinsicht in den Neunzigerjahren stehen geblieben; die Portionen sind nämlich eher klein, eben so, als ob man einfach das Fleisch weggelassen hätte. Klein, aber sehr lecker!

Die Getränkepreise waren in Ordnung. Sehr ärgerlich war, wie lange wir auf das Essen warten mussten. Aber es gibt eben Restaurants, die sich nicht am Gast orientieren müssen. Ein Wickeltisch ist nicht vorhanden; bei Bedarf hätten wir auf Anfrage eines der Zimmer dafür nutzen dürfen.

Öffnungszeiten Zum Wurz: Do-Mo 18-24 Uhr, außerdem So 12-14 Uhr, Telefon 08023-8192979, Adresse: Osterhofen 13 – 83735 Bayrischzell

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9 Kommentare Gib deinen ab

  1. Barnie sagt:

    Absolut empfehlenswerte Gegend, die sich ihren Charakter eines relativ „sanften Tourismus“ noch bewahrt hat: Viel Wandern, gucken, entspannen. Kenne die gegend noch von einer Radtour in den 70ern, da hat sich glücklicherweise kaum was zum Negativen verändert. Viele Rad-Nebenwege müssten sich auch für geländegängige robuste Kinderwägen (Sportbuggies) eignen. Es gibt auch viele für die München-Nähe relativ günstige Privatzimmer auf Bauernhöfen und in einfachen Pensionen.

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    1. Der Bauernhof wird es bestimmt mal, wenn Junior etwas größer wird. Babytrage ist auch deshalb meistens praktischer, weil man nie weiß, wo eine „Wildtreppe“ oder andere Hindernisse lauern.,

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  2. kinder unlimited sagt:

    ich finde es klasse, was Du so alles erkundest und allen vorstellst. Ich denke mir aber, Dein Sohn ist jetzt schon ziemlich schwer, oder?

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    1. 9,3 kg ohne Windel und Klamotten ;-). Mit der richtigen Kondition und Ausstattung geht’s wohl noch ein bisschen.

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      1. kinder unlimited sagt:

        mit der richtigen Gewichtsverlagerung sogar ein richtig gutes Training 😉

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  3. Renate sagt:

    Mit dem Wetter hattet ihr echt Glück – ein Traum, die Aussicht vom Wendelstein. Respekt fürs Kind-Schleppen. Kann glaube ich nicht jeder ohne Kreuzschmerzen oder Schlappmachen. Was empfiehlst du denn dafür als Training?

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    1. Ich würde die Babytrage wohl nicht einsetzen, wenn sie nicht im Alltag fester Bestandteil wäre. Für kurze Ausflüge, etwa zum Supermarkt oder zu einer Verabredung, nehme ich das Kind nach vorne und die Träger der Manduca überkreuzt. Für eine längere Tour, wo ich möglichst nicht alleine unterwegs bin, nehme ich Junior auf den Rücken, wie einen Rucksack. Ich bekomme eher Kreuzschmerzen, wenn ich ihn ohne Hilfsmittel zuhause rumtrage, weil man dabei eine ungesunde Haltung einnimmt, um das Gewicht auszugleichen.

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  4. Gruenle sagt:

    Wie trainierst du denn deinen Rücken? Ich würde übelste Kreuzschmerzen bekommen, wenn ich an deiner Stelle wäre – Respekt!

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    1. Der Rücken wächst an seinen Aufgaben. Wenn man das Baby von Klein auf trägt, dann hat die Muskulatur Zeit, sich an das steigende Gewicht anzupassen. Das Tragen ist also nicht nur für Babys Haltung und Gleichgewichtssinn gut, sondern auch für Mama.

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