Schlaf, Kindlein, Schlaf … aber wie viel? Und wie? Und ich auch?

Schlafen ist eines der wichtigsten Grundbedürfnisse von Mensch und Tier, gleich ob Neugeborenes, Säugling, Kleinkind oder bis hin zum Erwachsenen. Klar ist: Je älter wir werden, desto weniger Schlaf wird benötigt.

In der ersten Zeit mit Kind ist Schlafen ein großes Thema. Und egal, welche Bücher, „Experten“ oder anderen Quellen man befragt, man kann sich ordentlich verrückt machen lassen, wie die „richtigen“ Einschlafrituale sind, ab wann ein Baby durchschlafen muss oder ob es sicherer ist, wenn es hin und wieder aufwacht. Fest steht: Genauso wie sie laufen, sprechen, kauen lernen, lernen sie auch irgendwann schlafen. Mal im eigenen Tempo, mal im Tempo der Eltern.

Aber wie viel, wie oft und mit welchen Methoden wird geschlafen? Und was spricht gegen das Schlafen?

Erstmal ein kleiner Überblick, von welchen Mengen Schlaf wir reden:

Am meisten schlafen Babys in den ersten Wochen – und natürlich im Mutterleib. 17 bis 18 Stunden innerhalb von 24 Stunden sind in den ersten Wochen normal.

In den darauffolgenden Monaten geht es auf 15 Stunden zurück. Während ein Baby anfangs nur kurze Phasen am Stück schläft, etwa drei bis vier Stunden, werden diese Phasen mit der Zeit nachts länger: Sein Biorhythmus lernt Tag und Nacht voneinander zu unterscheiden. Die wenigsten Kinder können mit einem Alter von acht Wochen nachts schon durchschlafen.

Mit drei oder vier Monaten klappt es schon eher, dass die Nachtruhe zehn Stunden dauert, unterbrochen von ein oder zwei Fütterungszeiten. Tagsüber stehen zwei bis drei Nickerchen auf dem Programm.

War ein Viertel Jahr schon einschneidend für die körperliche Entwicklung des Kindes, dann ist es ein halbes Jahr erst recht. Babys Stoffwechsel wird in der Nacht so weit heruntergefahren, dass es in der Regel ohne Nahrung auskommt. – In der Theorie, und Ausnahmen bestätigen die Regel.

Wenn ein Baby „springt“, also einen Entwicklungsschub durchlebt, ist es gut möglich, dass es nachts nicht mehr durch schläft, zeitweise mehr Essen als zuvor braucht, aufwacht und weint, tagsüber mehr schläft oder nachts einfach mal ganz munter ist. Zwischendurch aufwachen und wieder Einschlafen ist übrigens immer ein gutes Zeichen: Baby vergisst das Atmen nicht!

Schlafen helfen

Immer wieder werden die folgenden Tipps gegeben, um zu erreichen, dass ein Baby seinen verdienten und benötigten Schlaf bekommt – und Mama und Papa gleich mit:

  • Die Einführung von Ritualen vor dem Schlafengehen, beispielsweise Baden, Schlafanzug-Anziehen, Zähneputzen, Gute-Nacht-Geschichte oder Schlaflieder. Am besten schon in den ersten Wochen und Monaten, in der gleichen Reihenfolge und mit möglichst wenig (spannender) Abwechslung.
  • Alleine, das heißt ohne Körperkontakt und Bewegung, einschlafen lassen. So soll das Kind es auch zu anderen Gelegenheiten schaffen, alleine (wieder) einzuschlafen.
  • Insbesondere am Abend die Einhaltung fester Schlafenszeiten, möglichst auch am Tag. Unabhängig davon, ob Papa später heim kommt, man unterwegs oder im Urlaub ist (andere Zeitzonen ausgenommen).
  • Das Reduzieren von Fläschchen in der Nacht und zum Einschlafen.

Ich liste diese Tipps ohne Wertung auf. Für manch einen ist es sicherlich undenkbar, seinem Baby das In-den-Schlaf-Wiegen zu verwehren. Andererseits kann beides Stress bedeuten: diese Tipps nicht zu befolgen, weil das Kind vielleicht nicht schläft, und sich an diese „Vorschriften“ zu klammern, weil sie Selbstzweifel schüren, wenn es trotzdem nicht klappt.

Wir selbst sind noch mittendrin in diesem Experiment. Im ersten Jahr gibt es da ohnehin so viel hin und her, da kommt es auf einige Wochen mehr oder weniger  nicht an.

Erwachsene müssen auch schlafen

Im Schnitt schlafen wir Erwachsenen siebeneinhalb Stunden. Dabei wachen wir etwa 30 Mal nachts auf! Wir haben gelernt, meistens sofort wieder einzuschlafen, unsere Kids müssen das erst lernen. Nur wenn wir länger als ein paar Minuten wach sind, stört das unsere Erholung; Fläschchen zu machen und wickeln dauert in der Regel länger.

Wir ticken gar nicht mal so anders als unsere Sprösslinge: Auch bei uns ist der nächtliche Schlaf davon abhängig, wie unser Tagesrhythmus aussieht. Es ist beispielsweise nicht gut, am Wochenende anders zu Bett zu gehen und aufzustehen als an Werktagen, so schön es auch sein mag.

Aber …

Gerade in den ersten Wochen mit Baby nutzen Mamas jede Möglichkeit, um zu schlafen. Ich mache das nicht mehr, obwohl ich Schlafen zu meinen Hobbys zähle. Warum mache ich das nicht?

Ich brauche Zeit, um Dinge zu erledigen, die mit quengelndem Kind am Bein nicht gehen, beispielsweise Bloggen oder Kochen. Oder einfach mal was für mich selbst tun.

Ich bin nicht müde, wenn der Knirps es ist. So fremdgesteuert bin ich nicht.

Ich will mal Abstand. An Tagen, wo Junior besonders fordernd und anstrengend ist, bräuchte ich zwar mal eine Pause – aber eben auch von ihm.

Ich gehe lieber früh ins Bett, wenn ich weiß, dass er schon um halb fünf meine Aufmerksamkeit will.

Wie streng seid oder wart ihr bei Schlafritualen für eure Kinder? Was raubt euch den Schlaf oder wie bekommt ihr genug Schlaf?


Lesetipp:

Wieviele Betten ein Baby im ersten Jahr durchprobiert

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7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Grünle. sagt:

    Unsere drei Mädels hatte völlig unterschiedliche Vorlieben. Die Große schlief super in Auto und Kinderwagen. Die Mittlere könnte Auto gar nicht leiden. Beide liebten Einschfliedchen, Köpfchen streicheln und hatten ihre Bettchen direkt im Elternschlafzimmer. Ganz anders unsere Jüngste. Müde bedeutete bei ihr: Lasst mir meine Ruhe. Kein Gesinge, keine Berührung und bitte keine anderen Menschen im Zimmer! So durfte die Älteste noch mit vier Jahren bei uns schlafen, dmit die Kleine einen Raum für sich hatte. Also nur nichts pauschalisieren – wäre ja auch langweilig gewesen ;-).

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    1. Nach aktuellem Stand, hätten ihr ja alles falsch gemacht: Bitte keine Bewegung, keinen Körperkontakt, möglichst raus gehen, solange das Kind noch wach ist. Mei, so sind’s halt, dia Experten.

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  2. kinder unlimited sagt:

    ich habe mir bei Sohn 1 so viel Stress gemacht, weil ich ihm den Rhythmus aufzwingen wollte, der so allgemein erwartet wird. Erst als ich ihn so schlafen lies, wie er mochte, hat es für uns funktioniert. Ich hätte mir viel Stress ersparen können. So muss das wohl jeder für sich herausfinden! Toll recherchierter Text!!!

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    1. Gut zu wissen! Dann machen wir auch weiter wie gehabt. 😀

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      1. kinder unlimited sagt:

        ich habe mich im Nachhinein geärgert, bei Kind 2 war es wesentlich stressfreier, alle Kinder lernen schlafen!!!

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