Warum wir Kreuzfahrten lieben – mit Baby erst recht

Auf dem Meer gibt es immer was zu sehen. Und nachts schaukelt es ganz leicht.
Auf dem Meer gibt es immer was zu sehen. Und nachts schaukelt es ganz leicht.

Mit Baby und Kleinkind sind viele schöne Urlaube möglich und alle können daran ihren Spaß haben, wenn die Planer die unterschiedlichen Bedürfnisse berücksichtigen. Zunächst einmal die Eltern – denn ein Baby braucht weder die Abwechslung noch die Erholung, die ein Urlaub bringt. So unterschiedlich die Vorlieben „normaler Menschen“ sind, so unterschiedlich sind natürlich auch die Dinge, die Eltern am Urlaub wichtig sind. Klingt total banal? Sollte es sein. Aber manchmal werden alle Eltern über einen Kamm geschoren, als ob die eine Gemeinsamkeit Kind alle Unterschiede beseitigen würde. Wir beispielsweise langweilen uns beim Strandurlaub zu Tode, brechen beim Campen in Tränen aus, geben das Geld lieber fürs Hotel als fürs Shopping im Urlaub aus, können Schnee nichts abgewinnen. Und dass ich aus einem Kinderhotel ausbrechen würde, habe ich ja auch erst fünf oder sechs Mal erwähnt. Wir kommen gerne herum, wollen neues lernen und ein bisschen Luxus haben, den es im Alltag nicht gibt.

Für mich sind das hier die Vorteile einer Kreuzfahrt:

  • Wir reisen herum, ohne die Koffer packen und alles wieder babytauglich aufbauen zu müssen.
  • Wir können uns nach einer kurzen Weile wie zuhause fühlen.
  • Auf großen Schiffen gibt es genug Platz, um anderen Personen aus dem Weg zu gehen, außer auf dem Sonnendeck. Man läuft aber doch immer wieder den gleichen Menschen über den Weg, die man vielleicht nett findet.
  • Kreuzfahrer haben zumindest eine Sache gemeinsam, das erleichtert es, neue Leute kennen zu lernen.
  • Die Gesamtkosten sind sehr gut einzuschätzen. Das ist natürlich von der Kreuzfahrtgesellschaft und den gebuchten Paketen abhängig, etwa ob alle Getränke und Trinkgelder inklusive sind.
  • Ob lieber individuell eine Stadt erkunden oder sich von einem Guide führen lassen, beides ist möglich. Häufig ankern große Kreuzfahrtschiffe in einem Handelshafen, der weiter weg von der nächsten Stadt ist, beispielsweise Civitaveccia von Rom. Dann geht es eben mit einem kostenlosen Shuttle, einem Taxi oder dem Tourbus weiter. Oder das Schiff legt ohne Hafen an und die Passagiere tendern mit kleineren Booten an Land – das ist ziemlich cool!
  • Es hat einfach das gewisse Etwas!

Die Nachteile zähle ich auch auf:

  • Ihr müsst ans Meer. Wenn ihr keine Lust habt, jeden Tag das Meer zu sehen, lieber auf einen Berg wollt oder Angst vorm Ertrinken habt, dann ist ein Kreuzfahrtschiff nicht der richtige Ort, um Spaß zu haben.
  • Ein Kreuzfahrtschiff kommt einer kleinen Stadt gleich. der Platz pro Person begrenzt, weshalb es außerhalb der Kabine kaum möglich ist, ein wirklich einsames Plätzchen zu finden.
  • Das Vorurteil über die überaltete Klientel hält sich hartnäckig. Der Altersdurchschnitt und die Interessen unterscheiden sich in der Tat je nach Route, Gewässer, Reederei. Auf Meeren sind mehr Familien mit Kindern unterwegs, als auf Flüssen, weil auf größeren Schiffen das Platzangebot da ist und die Kultur nicht an erster Stelle steht. Teurere Kreuzfahrtgesellschaften richten sich an ein exklusiveres Publikum, das in der Regel älter und auf Ruhe aus ist.
  • Die Route könnt ihr euch zwar vorab aussuchen aber nicht mehr spontan ändern. Außerdem müsst ihr euch nach den Fahr- und Liegezeiten richten, könnt also nicht von Bord, wann immer ihr wollt. Ihr könnt bei Nichtgefallen auch nicht so einfach die Reise abbrechen, weil ihr nicht mehr in der Stadt eures Flughafens seid.
  • Angst vor dem Wellengang. Je nach Größe des Schiffes, Fahrgebiet, Jahreszeit und Fähigkeiten des Kapitäns kann es mal schaukeln. Wir haben von Freunden auch schon von richtig üblem Wellengang gehört, das ist aber die Ausnahme.
  • Die medizinische Versorgung ist zwar ganz gut, aber natürlich nicht so gut wie auf dem Festland. Notfall-Patienten können erst im nächsten Hafen ausgeladen werden, weshalb sehr kleine Kinder und Babys auch nicht auf Reisen mitkommen dürfen, die mehrere Seetage in Folge haben.
  • Eine Woche auf dem Kreuzfahrtschiff kann mehr als eine Woche im Hotel mit vergleichbaren Service kosten, das hängt von euren Recherchefähigkeiten ab.

Wir haben gerade erst eine Kreuzfahrt unternommen. Sie startete und endete in Dubai und fand auf der Aida Stella statt, die eingesetzt wurde, weil die Aida Prima nicht fertig wurde. Und was soll ich sagen? Wir planen für den Sommer schon die nächste Reise auf einem Ozeanriesen. 🙂

 


Suchst du weitere Artikel zum Thema Kreuzfahrt mit Baby? Schau mal hier: https://lifeaintover.de/category/staedtereise/kreuzfahrt/

Oder suchst du eher nach einem Hotel in der Nähe, wo sich Babys wohlfühlen? In diesen hier waren wir zuletzt: https://lifeaintover.de/category/staedtereise/hotel/

Eine super Seite, um sich vorab zu informieren ist http://www.kids-on-cruise.de/ (deutsch)

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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Barnie sagt:

    Endlich mal eine verständliche, ungefärbte und deshalb um so authentischere Gegenüberstellung der ++ und — einer Kreuzfahrt! Das wird manchem als gute Entscheidungshilfe dienen!

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    1. Ich finde immer noch ein paar Argumente dafür ;-). Ist aber keine Entscheidung, die man rein rational trifft.

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  2. kinder unlimited sagt:

    Toller ausgewogener Bericht!

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  3. Gruenle sagt:

    Wir werden im Maerz unsere Wassertoleranz antesten: Fahrt von Cuxhaven nach Helgoland und zurueck. Sind nur 5-6 Stunden auf See, fuer uns Landeier aber der ideale Test. Wenn ich da schon die Panik bekommen sollte, dann wirds wohl nix mit Kreuzfahrt. Beneide euch, dass ihr das so cool nehmt.

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    1. Zu bedenken: auf der Fähre gibt es, glaube ich, nur Innenkabinen mit Stockbetten. Platzangst und fehlender Luxus sollten also nicht den Eindruck beherrschen! Mittelmeer hat sich weniger Wellen.

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