Getestet: Emirates A380 mit Baby (München-Dubai)

Emirates A380 Baby tanzt mit MamaUnser Baby hat seine erste Flugreise hinter sich! Und dabei handelte es sich nicht um einen kurzen Inlandsflug nach Hamburg, sondern um einen sechs bis sieben Stunden dauernden Flug von München nach Dubai und zurück. Dafür war eine A380 von Eimrates gerade gut genug. 🙂 Mein Fazit vorweg: Das Flugzeug war super, die Fluggesellschaft finde ich auch toll, aber das Kabinenpersonal hat mich enttäuscht.

Abflug und Flug in der A380 waren angenehm, weil der Druckausgleichs in der Kabine gut funktionierte und die Fluggeräusche sehr leise waren. Auch das Platzangebot war super, vergleichbar mit einem Sitzplatz im ICE. Auf dem Hinflug hatten wir in der Mitte des Flugzeugs in der Mittelreihe (vier Sitze) zwei Plätze, auf dem Rückflug hatten wir gleich in der ersten Reihe zwei Plätze in einer Dreierreihe am Fenster.

Emirates A380 Baby auf Treppe zur ersten Klasse.JPGBeide Plätze hatten etwas für sich: Auf dem Hinflug lernten wir ein super nettes Paar mit einem kleinen Baby kennen – und alle drei wollten aufs selbe Schiff wie wir. Auf dem Rückflug konnten wir Junior auch mal im großzügigen Fußraum absetzen und spielen lassen, weil eine Seite begrenzt war. Außerdem waren wir direkt hinter dem Eingang und der Treppe zur ersten Klasse, wo jede Menge Platz zum Krabbeln, Tanzen und Quatschmachen war. Junior lernte hier sogar Treppen raufzukrabbeln!

Auf dem Hinflug wirkte das Bordpersonal gestresst, fast überfordert. Vielleicht weil wir mit Verspätung abhoben und in Dubai trotzdem pünktlich ankommen mussten. In Dubai gibt es nämlich jeden Tag tausend Starts und Landungen und einen sehr strengen Zeitplan.

Ab ins BettchenEmirates A380Babybett.JPG

Ich hatte in einem früheren Artikel schon angepriesen, dass es bei Emirates ein Babybett gibt. Wir hatten uns vorab auch online rausgesucht, wie das dann aussieht: eine Babywanne, die auf Sichthöhe an der Vorderwand befestigt wird. Ein solcher Sitzplatz bietet für die Eltern natürlich noch mehr Beinfreiheit. Was ich auch nachgelesen hatte, war, dass Babys nur elf Kilo wiegen dürfen. Das trifft auf Junior zu. Dachten wir. Dann aber, als er schon schlafend darin lag, hieß es, er sei zu groß. Stattdessen schlief er also auf Matratze Mama. Hier einige Infos zum Babybett im Flugzeug zusammen gefasst, die ihr vielleicht auch auf andere Airlines übertragen könnt:

  • Es ist schon bei der Auswahl der Sitzplätze darauf zu achten, dass sie für ein Babybett geeignet sind. Im Zweifelsfall einfach die Hotline anrufen.

  • Ein weiterer Hinweis zur Sitzplatzwahl: Nehmt lieber Plätze am Fenster als in der Mitte. So hat das Baby etwas mehr Ruhe und kann es sich sogar mal im Fußraum bequem machen.

  • Das Babybett ist nicht vormontiert. Bei Start, Landung und Turbulenzen wird es aus Sicherheitsgründen abgenommen.

  • Das liegende Baby wird mittels Klettverschluss gesichert, der als schmales Band am oberen Rand der Babywanne verschlossen wird.

  • Die Babywanne ist eher ungeeignet für Bauchschläfer.

  • Höchstgewicht des Kindes ist 11 Kilogramm (maximal ein Jahr alt), Maße des Bettchens in der zweiten Klasse 75 cm x 33 cm x 16,5 cm.

  • Das Babybett kommt nur nach Aufforderung, muss aber vorab bestellt werden.
    Essen:

Nachtflug

Ich dachte, schlafend würde Junior der Flug am wenigsten stören. Zum Schlafen kamen wir auf dem Hinflug nicht viel. Gegen 23:30 MEZ (2:30 Dubai) kam das Essen. Das Licht wurde danach zwar gedämpft und über den Gängen erstreckte sich ein hübscher Sternenhimmel. Aber die großen Monitore blieben an und zeigten Werbung, Flugstrecke und Anweisungen zum Check-in in wechselnder Helligkeit. Und wir saßen direkt darunter. Da hätte mir tatsächlich eine Schlafmaske gebracht. Junior schlief unruhig und zuckte jedesmal zusammen, wenn der Bildschirm blendend weiß wurde. Er lag mal auf dem Bauch, mal auf dem Rücken auf mir. Dazu muss man wissen, dass er sehr freiheitsliebend und gar nicht kuschelig ist. Viele andere Kinder hätten mit dieser „Matratze“ gut schlafen können, er aber nicht. Die „Matratze“ im Übrigen auch nicht. Das nächste Mal würde ich eher mit einem ausgeschlafenen Kind fliegen.

Essen an Bord

Emirates LätzchenFür den Hinflug hatten wir Menüs vorab bestellt: Ein laktosefreies Menü (Gemüsereis), ein kalorienarmes Menü (Lachs mit Spinat und Kartoffeln) und ein Babymenü. Das Babymenü umfasst ein Gemüse- und ein Obstgläschen (kein Bio). Unser Essen war sehr gut. Auch beim kostenlosen Wein kann man Schätzchen erwischen. Allerdings mussten wir erst nach den vorbestellten Menüs fragen, sonst hätten wir sie nicht bekommen.

Sehr unzufrieden waren wir damit, wie wenig Rücksicht das Personal darauf nahm, dass wir ein Baby dabei hatten. Vielmehr auf dem Schoß hatten, also weder die Hände frei, um etwas entgegenzunehmen, noch die Möglichkeit, den Tisch auszuklappen. Das war sowohl beim Hin- als auch beim Rückflug so! Im Fußraum gab es genug Platz, ein Tablet abzustellen, aber selbst nach mehrmaligem Erklären reagierten sie verständnislos. Emirates wirbt auch mit Familienfreundlichkeit, an der „Front“ kommt nicht alles davon an.

Gurt

Babys bis zu zwei Jahren reisen bei vielen Fluggesellschaften gratis. Wer sein Kind in einem Flugzeug-fähigen Autositz fliegen lässt, muss einen Sitzplatz bezahlen, der je nach Fluggesellschaft so viel kostet wie für einem Erwachsenen, andere bieten Kinderpreise. Wenn das Kind auf dem Schoß bleibt, muss es ebenfalls angeschnallt werden. Diesen Gurt mussten wir auf Hin- und Rückflug erst bei der Stewardess anfordern. Der „Loop Belt“ ist sehr einfach anzulegen und gibt noch genug Spielraum.

Wickeln

Wickeltische sind in den Toiletten zu finden.

Geschenke

Emirates Geschenke für BabysKinder bekommen bei Emirates viele Geschenke. Auf dem Hinflug gab es ein Kuscheltier, das als Kissen dient und in dem eine dünne Decke verstaut ist. Wir wählten einen Löwen, es gibt auch noch die Varianten Pandabär, Affe und Kamel. Auf dem Rückflug erhielt der kleine Mann eine Zaubermaltafel, wieder mit Löwen-Motiv. Auf jedem Flug gibt es außerdem ein kleines Täschchen mit Wickelunterlage, feuchten Tüchern, Lotion, Windeltüte, Löffel und Lätzchen.

Am Boden

Die Gepäckaufgabe war völlig unkompliziert. Wir Erwachsene hätten jeder 30 Kilogramm Gepäck mitnehmen können, unser Baby nochmals zehn Kilogramm. Das haben wir nicht im Geringsten ausgereizt, weil wir das alles ja zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flughafen schaffen mussten. Wir hatten bereits online eingecheckt. In München hat es nicht geklappt, dass Familien zuerst einsteigen konnten, aber in Dubai lief das gut. In Dubai gibt es auch Buggys von Maclaren zum Ausleihen.

Andere Fluggäste

Es gab niemanden, der sich sichtlich an unserem Kleinen gestört hätte. Wie unser kleiner Charmeur so ist, nutzte er dagegen jede Gelegenheit, mit den zwei jungen Damen in der Reihe hinter uns zu flirten. Beim Nachtflug waren immer wieder wechselnde Mamas zu sehen, die ihre Kinder herumtrugen und versuchten, sie zum Schlafen zu bringen. So was verbindet. 🙂


Die A380 von Emirates in dieser platzreichen Variante war super, das Bodenpersonal und die bevorzugte Behandlung von Familien vor dem Flug gefielen, die Geschenke waren sehr sinnvoll, nur die Flugbegleiter haben enttäuscht.


Noch ein Lesetipp: Hier beschreibt eine Mama auf „Glückskrieger“ wie gut ihr fünf Monate altes Baby mit Langstreckenflügen (Fluggesellschaft Etihad) umging. Es passte offensichtlich gut in das Flugzeug-Bettchen:  🙂 Fliegen mit Baby


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Alles zur Kreuzfahrt, die in Dubai startete: https://lifeaintover.de/category/staedtereise/kreuzfahrt/

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8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Barnie. sagt:

    Auf die Idee mit der Baby-Länge muss man erst mal kommen! (Schreiben die die nutzbaren Innenmaße nicht in die Beschreibung der Babywanne, ist da nur das Gewicht erwähnt?) da nützt dann leider auch der gutgemeinte kleine Stofflöwe nix! Naja, beim nächsten Flug… braucht er vielleicht keine Wanne mehr sondern sitzt gleich bei MaPa auf dem Schoß! Oder inspiziert noch gründlicher das Riesenflugzeug. Das mit dem separaten Familien-Eincheck find ich super, da gehen unsere Kleinen nicht so unter. Schön der Hinweis mit der Wein-Auswahl, das macht so einen Langflug bestimmt erträglicher.

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  2. Glueckskrieger sagt:

    Das ist wirklich sehr interessant, wie unterschiedlich die Fluggesellschaften doch sind. Bei Etihad haben wir uns wirklich rundum umsorgt gefühlt, mussten auch nicht nach unserem extre bestellten vegetarischem Essen fragen.
    Schade, dass das Personal nicht so Aufmerksam war – und dabei lachen mir momentan an jeder Bushaltestelle Emirates Plakate mit dem angeblich so kinderfreundlichen Personal entgegen. Aber ich denke, dass ist immer auch sehr von der jeweiligen Crew abhängig.

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