Brot backen für Anfänger

Baby rührt BrotteigNach 100 Blogbeiträgen führe ich heute ein neues Thema ein: Brotbacken!

Selbst gebackenes Brot schmeckt toll, lässt die Wohnung duften, macht einen zeitlich unabhängig von einer offenen Bäckerei oder Supermarkt, lässt Kreativität zu und ist dabei nicht mal teurer als ein gutes gekauftes Brot. Wer einmal den Anfang gemacht hat, wird feststellen, dass es relativ einfach ist – etwa wie Kuchen backen!

Im ersten Beitrag nehme ich euch mit in meine Küche und zeige, welche Utensilien ich zum Brotbacken nutze; ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, denn das ganz Offensichtliche ist in den meisten Küchen ohnehin vorhanden (Backpapier), und die Spezialitäten unterscheiden sich je nach Rezept – etwa Malzbier, Karottenraspeln oder Schokolade. Einige einfach Rezepte teile ich im nächsten Beitrag mit euch.

Was braucht man zum Brotbacken?

Ich teile das auf in Küchen-Utensilien und Verbrauchsgüter.

Küchen-Utensilien

Klar, was zum Abmessen, was zum Zusammenrühren und natürlich ein Backofen ist nötig.

Wer häufiger Brot backen will, sollte sich von einer Küchenmaschine mit Knethaken helfen lassen. Teige aus Weizenmehl müssen lang geknetet werden, damit sich der Kleber ordentlich entwickelt, Teige aus Roggenmehl müssen gut vermischt werden. Es gibt viele Meinungen darüber, wie eine solche Küchenmaschine heißen könnte, von Kitchen Aid Artisan bis Kenwood Cooking Chef. Ich habe eine einfache, günstige von Klarstein in der Küche stehen: http://amzn.to/28YkAxY Sie nimmt mir einiges an Arbeit ab, und Junior darf mit Sicherheitsabstand fasziniert dabei zusehen!

Da Brotteig je nach Zusammensetzung und Mehlsorte sehr kleben kann, empfehle ich eine Backunterlage aus Silikon, auf die etwas Mehl gestreut wird. Diese eignet sich auch zum Kneten, damit die Finger sauber bleiben und man nicht verleitet wird, zuviel Mehl unterzumischen, was besonders bei schweren Roggenteigen der Fall sein kann. Ich habe meine Silikonbackmatte für rund 10 Euro bei IKEA gekauft: http://www.ikea.com/de/de/catalog/products/00175250/

Zum Abteilen von Teigstücken, zum Herausholen des Teiges aus der Schüssel und zum Abkratzen von der Arbeitsfläche gibt es Teigschaberkartenhttp://amzn.to/291rIJM  

Was braucht man zum Brot backen 01

In Deutschland sind wir mit einer riesigen Auswahl von Brotspezialitäten in den unterschiedlichsten Geschmäckern, Größen und Formen gesegnet. Eine dieser Formen ist die längliche, leicht runde. Diese erreicht man sehr gut, wenn man das Brot zum „Gehen“ in ein Gärkörbchen legt. Was passiert beim Gehen? Vereinfacht gesagt: Die Hefe spaltet die Stärke des Mehles auf, um an den enthaltenen Zucker heranzukommen und nutzt diesen für die Gärung, wobei im Teig Gas anfällt, was dazu führt, dass das Volumen sich vergrößert. Ihr legt also einen Klumpen in das Körbchen, der sich nach einer Weile auf das Doppelte vergrößert. Wichtig ist, den Teig dabei abzudecken, damit er nicht austrocknet. Der Teig wird dann ohne Körbchen auf dem Backblech gebacken. Mein Gärkörbchen ist dieses hier: http://amzn.to/28XUtn5Was braucht man zum Brot backen 04

Manche Teige sind allerdings zu schwer, um beim Gehen ihre Form zu behalten. Diese sind dann beim Backen besser in einer gefetteten Kastenform aufgehoben.Was braucht man zum Brot backen 05

Verbrauchsgüter

Zu Beginn meiner „Bäcker-Karriere“ hatte ich an Backhelfern gerade mal Trockenbackhefe und Salz im Schrank. Heute sieht die Auswahl schon sehr viel größer aus: frische Backhefe, Sauerteigextrakt für unterschiedliche Mehlsorten, flüssiger Sauerteig aus der Tüte, selbst gemachter Sauerteig, Roggenmalz … Brotgewürz könnt Ihr selbst aus Anis, Fenchel, Koriander und Kümmel nach eigenem Geschmack zusammenmischen oder fertig gemischt kaufen.  Für den Sauerteig solltet Ihr am Anfang ruhig im Supermarkt zugreifen (Seitenbacher Natursauerteig gibt’s bei Tengelmann), weil es nicht zwingend auf Anhieb gelingt, sich selbst Sauerteig heranzuziehen.

Was braucht man zum Brot backen 02

Getreideflocken, ganze Getreidekörner, Kerne, Samen und Nüsse geben dem Brot seine individuelle Note und Biss. Wer den Dreh erstmal heraus hat, kann nach Herzenslust jedes Rezept so abwandeln, dass es zu den eigenen Vorlieben passt – oder zum Vorratsschrank.

Was braucht man zum Brot backen 03

Mein allerliebstes Lieblings-Brotbuch ist „BROT“ von GU

Eine Einführung in die verschiedenen Getreidesorten würde mehrere Bücher füllen. Soviel für den Moment: Mehl aus Weizen werdet Ihr in der größten Auswahl finden, Roggenmehl ist nicht in jedem Discounter verfügbar. Mehl aus Dinkel, einem Urgetreide, erfreut sich immer größerer Beliebtheit, weil es für glutenunverträgliche Menschen geeignet ist. Die Typen-Bezeichnung weißt darauf hin, wie der Anteil an Mineralstoffen im Mehl ist. So ist das weit verbreitete, weiße Weizenmehl Type 405 feinporiger als das griffigere Weizenmehl Type 1050, welches mehr Ballaststoffe enthält und auch mehr Wasser aufnimmt. Deshalb muss man beim Backen mit Vollkornmehl mehr Wasser verwenden als etwa für Weißbrot. Ich verwende vor allem Weizenmehl Type 550 und Roggenmehl Type 1150. Was braucht man zum Brot backen 07Was braucht man zum Brot backen 08Was braucht man zum Brot backen 09

Für faule oder unsichere Bäcker

Als ich angefangen habe, Brot zu backen, ließ ich meinen Brotbackautomaten die meiste Arbeit übernehmen. Ich finde das Konzept nach wie vor genial: ein paar Zutaten einfüllen, Knöpfchen drücken, um nichts mehr kümmern, und ein paar Stunden später ist das Brot fertig. Dabei muss man natürlich Abstriche machen, unter anderem bei der Brotkruste, die das meiste Aroma beheimatet, und bei der Form des Brotes. Nach wie vor kann ich den Brotbackautomaten von Unold empfehlen, auch weil die meisten mitgelieferten Rezepte problemlos gelingen: http://amzn.to/292Mkka Was braucht man zum Brot backen 06

Ja, am Anfang habe ich auch Brotbackmischungen genutzt. Meine ursprüngliche Motivation war nämlich gar nicht, mich in andere kulinarische Höhen zu schwingen, sondern zu wissen, was denn drin ist – vor allem keine Laktose. Wer Geld und Zeit sparen will und einfach mal das Erfolgserlebnis sucht, selbst ein Brot aus dem Ofen zu holen, der kann sich dessen ruhig bedienen. Was braucht man zum Brot backen 10


Fragen? Her damit!

Advertisements

10 Kommentare Gib deinen ab

  1. kinder unlimited sagt:

    richtig tolle neue Idee…….ich müsste nur immer für mich allein backen, weil die Geschmäcker unterschiedlich sind…hast Du da einen Tipp? LG Ann

    Gefällt 1 Person

    1. Auf jeden Fall ist das kein Hindernis! Ich backe an manchen Wochenenden viel auf Vorrat, das friere ich dann ein. Jedes Brot halbiere ich, dann passt es eh besser in den Gefrierbeutel. Dann kann man auch mehrere halbe, unterschiedliche Brote auftauen. Vielleicht reicht es auch, wenn du ein paar Rezepte durchprobierst? Es gibt ein tolles Karottenbrot und ein Malzbierbrot, die mir bislang von allen aus den Händen gerissen wurden, die Rezepte poste ich bald.: -)

      Liebe Grüße, Andrea

      Gefällt 1 Person

      1. kinder unlimited sagt:

        Ich werde es verfolgen;-) Liebe Grüße, Ann

        Gefällt 1 Person

    2. Matthias sagt:

      Sorry aber Sauerteig vom richtigen Handwerks Bäcker währe schon mal besser. Und ja warum nicht mal selber Brot backen, aber ich bin dafür es den Handwerks Bäckern zu überlassen die haben dafür eine drei jährige Ausbildung gemacht, weil ganz so einfach wie es hier beschrieben wird ist es nicht, ist dann halt nur Hausfrauen Qualität – wie gesagt ich spreche vom guten Handwerks Bäcker, nicht Industrie.

      Gefällt mir

      1. Das kannst du ja machen wie du magst. Glücklicherweise wissen immer mehr die „Hausfrauenqualität“ zu schätzen und trauen sich zu experimentieren. Jedem anderen gönne ich das gute Bäckersbrot. Du kannst aber auch schlecht beurteilen, was bei mir aus dem Ofen kommt. 😉

        Gefällt 1 Person

  2. Gruenle sagt:

    Vir allem deine Eingangsschilderung mit dem Duft von frischem Brot macht echt Lust, waere da aber das Thema “ gehen lassen“
    Man liest dazu ja immer – an einem warmen Ort. Wie warm sollte denn ein warmer Ort sein? Hab immer mal das Problem, dass mein Teig sich einfach nicht vergroessert. Wenn das Brot dann sehr kompakt ist, mags keiner. Das Gefuehl Geld verschwendet zu haben kommt dazu. Ums Kraut fett zu machen moeglichst noch ein Kommentar wie : das sollte man Fachleute machen lassen. Dann machts natuerlich keinen Spass mehr.

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, sobald Hefe im Spiel ist, hat manch einer zu Recht Respekt. Details kommen dann mal in einem extra Artikel, soviel aber vorweg: Hefe ist etwas lebendiges, das sich nur unter bestimmten Bedingungen wohl fühlt: nicht zu heiß (nicht in den Backofen zum Gehen), mit genug Nahrung (Zucker) und bloß keinen Stress (so genannte Vorteige gehen sogar mal über Nacht im Kühlschrank). Zeit, Sauerteigqualität, Mehlsorte und handwerkliches Geschick (etwa Falten und Rundwirken) haben Einfluss auf die Triebeigenschaft.

      Gefällt mir

  3. Barnie. sagt:

    Kriegt man richtig heftig Appetit, Hunger, Schrei nach noch mehr Knabber! Wohl dem der auch noch den kostenlosen (Photovoltaik-Sonnen-)Strom zum Backen hat! Gerade jetzt im Sommer… Ich leg´gleich los!

    Gefällt mir

    1. Oh ja, der kostenlose Strom würde uns auch gut tun! 😀

      Gefällt mir

  4. Dirk sagt:

    Boah, da ist man schier überwältigt. Ich backe auch immer selber und meine Jungs (bin alleinerziehender Papa) lieben es. Besonders wenn ich Zwiebelbrot mache.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s