Ausstattung fürs Fahrrad-Fahren mit Kleinkind

Seit ein paar Monaten sind wir auf dem Fahrrad zu zweit unterwegs. Wisst ihr, was da so alles dran hängt? – Aber Aufwand und Kosten lohnen sich, wenn man so einen Radl-begeisterten Knirps wie meinen Junior hat: Noch ehe er ohne Hilfe stehen und laufen konnte, krabbelte er schon zu meinem Fahrrad, versuchte sich hoch zu ziehen und irgendwie auf das Pedal zu klettern. Und auch wenn er nie ein Fan von Mützen war, in seinen Fahrradhelm war er ab dem ersten Tag verliebt. Wenn ich ihn nur etwas im Garten auslüften will – und weder Lust noch Ausrüstung dabei habe – sprintet er zum Rad hin. Und wenn ich ihm in der Krippe den Helm aufsetze, weiß er auch gleich, was Sache ist.

Ich habe auch meinen Spaß bei den Fahrten mit ihm. Es ist weder einsam noch langweilig, ich werde auf die spannenden Seiten einer jeden noch so eintönigen Strecke aufmerksam und bekomme regelmäßig eine „Kribbel-Krabbel“-Rückenmassage. Wenn er mich dabei kitzelt und ich zucke oder kichere, gluckst er vor Glück.

Allerdings bin ich ein Schönwetterfahrer. Deshalb hoffe ich, dass der Sommer noch lang und der Herbst schön golden und trocken wird.

Im Folgenden habe ich zusammengestellt, was ich aktuell als zufriedenstellende Ausrüstung für uns zwei erachte.

Fahrradfahren mit Kleinkind

Vor Kurzem kam ein neues Fahrrad, Marke Conway, in den „Stall“: Mein zehn Jahre Altes hatte gute Dienste erwiesen, aber immer mehr Macken gezeigt. Das Neue ist etwas leichter, hat keinen Gepäckträger und einen tiefen Einstieg. Das Damenfahrrad hat sich für mich als praktischer erwiesen, da ich mein Bein ja nicht unbekümmert über den Sattel auf die andere Seite schwingen kann. Für den schweren Gepäckträger habe ich keine Verwendung, wenn der Kindersitz ihn überdeckt. Wie am alten Fahrrad sorgt wieder ein Doppelständer für etwas Stabilität, wenn ich Junior in den Sitz setze und anschnalle.

Kinderthron

Wir haben das wohl am häufigsten in Deutschland genutzte Modell von Kinderfahrradsitzen: den Relax von Kettler (rund 120 Euro). Die Montage ist – dem Zusehrn nach – einfacher als erwartet. Entscheidend für das Gelingen ist der Abstand im Fahrradrahmen zwischen den beiden langen Röhren (entschuldigt die fehlende Fachsprache;-)). Hier muss die Halterung Platz finden. Der Kindersitz lässt sich auf zwei Schienen vor- oder zurückschieben, damit reguliert man den Abstand zum Fahrradsattel. Einmal montiert, lässt der Sitz sich seeehr einfach rauf- und runternehmen, indem man die „Gabel“, die ihn mit dem Fahrrad verbindet, in die Halterung steckt. Das Kind wird mit einem Gurt fixiert: Zwei Gurte laufen jeweils über eine Schulter, zwischen den Beinen kommen sie zusammen in die Gürtelschnalle. Junior macht den Eindruck, dass er den Sitz recht bequem findet. Zum Römer Jockey Comfort und dem Vergleich mit einem  Fahrradanhänger empfehle ich euch den den immer noch aktuellen Erfahrungsbericht von Katrin von Nestling.org

Einen passenden Regenschutz (Trockolino) gibt es für angemessene Preise , ist aber unbezahlbar. Das Polster des Kindersitzes abzunehmen und zu trocknen ist nämlich ziemlich kompliziert.

Helm
Kinderhelm ist Pflicht! Kind mit Fahrradhelm in XSOb ihr euch für euer Kind für einen schlichten oder glitzernden, blauen oder pinken, mit extra Sonnenschirm oder ohne, vom Discounter oder aus dem Fachhandel entscheidet – er muss mit (auf dem Kopf, mit geschlossenen Riemen – ich sehe auch manchmal anderes). Kristine von Kaaskop schreibt, dass das in den Niederlanden nicht so selbstverständlich ist.

Kurz nach dem Kauf habe ich auf einem anderen Blog von Helmen erfahren, die einen Magnetverschluss haben – da muss man sich nicht mehr fürchten, Haut einzuklemmen. Die Marke heißt Nutcase, der Kinderhelm mit unterschiedlichen Motiven „Nutty“. Junior ist in seinen Helm auch so verliebt. Die Stiftung Warentest hat kürzlich ebenso Fahrradhelme für Kinder getestet (Link).

Weil Nutcase tolle Designs verwendet, endete auch die Suche nach einem Helm für meinen eigenen Kopf. – Meine Eltern freut’s auch. 🙂 Den 310 Gramm leichten „Metroride“ habe ich im Design „Browndana“ (rund 90 Euro). Mir ist es wichtig, dass der Helm auch auf dem Schoß oder in der Hand eine gute Figur macht, leicht und kompakt ist, dann stört er nicht so beim U-Bahn-Fahren. 😀 In der Tat habe ich mich schnell daran gewöhnt.

Wenn Junior müde wird, muss auf jeden Fall ein Schnuller her. Weil es gar nicht mal so viel Spaß macht, den alle 50 Meter wieder einzusammeln, ist das Fahrrad mittlerweile der einzig verbliebene Einsatzort der Schnullerkette.

Fahrradlenkerkorb
Mit Kindersitz fallen drei Transportmöglichkeiten weg: Gepäckträger, Packtasche und Rucksack – es sei denn, man hat ein Lasten- oder Hollandrad mit Gepäckträger vor dem Lenker. Es gibt aber ein paar Alternativen. Ich habe mich letztendlich für einen Lenkerkorb (De Lux, 18 Euro) entschieden, der sich einfach abnehmen lässt und auch fast wasserdicht ist. Auch ist er schön bunt, was die Sichtbarkeit im Straßenverkehr erhöht. Die Schwachstelle ist das zu transportierende Gewicht in Kombination mit der Befestigungsmethode; belädt man den Korb etwa für einen kleinen Einkauf mit den theoretischen vier Kilogramm, droht der Korb abzubrechen. Für weniger – also Handtasche, bisschen Zeug fürs Baby – ist er super. Unsere beiden Helme passen easy zusammen rein. Wenn der Korb zu schwer oder zu hoch beladen ist, leidet das Lenkverhalten. Es wäre auch denkbar eine Gepäckträger-Verlängerung zu montieren, da fehlt mir dann aber die Kompaktheit (und es wäre mir zu aufwendig). Im Nachhinein habe ich dann noch den Tipp bekommen, dass nicht nur Hollandräder einen Gepäckträger vorne haben können. Ein normaler „Lowrider“ lässt sich an Fahrräder ohne Federgabel montieren – ich werde mal recherchieren, ob es auch mit möglich ist.

Nackenhörnchen zum Schlafen auf dem Fahrrad
Ein großes Problem finde ich es, wenn ein Kind im Fahrradsitz einschläft. Das passiert auf längeren Touren, aber auch auf der Heimfahrt vom Schwimmbad. Zwar wird dank des Gurtes der Oberkörper aufrecht gehalten, aber der Kopf rollt mehr oder weniger unkontrolliert herum. Ich habe viel gesucht, welche Lösungen es dafür gibt, es gibt viele Foren-Einträge, wo es genau darum geht. Es gibt wohl zum einen Fahrradsitze, die sich in eine bequeme, Halb-Liege-Position stellen lassen. Unserer ermöglicht immerhin mit der leicht zurückgeneigten Lehne eine Relax-Position, das reicht aber nicht. Stattdessen habe ich Junior ein spezielles Schlafpolster besorgt, das mit Klettverschluss am Sitz befestigt ist und das seinen Kopf sehr fest hält.
Das einzige Produkt gibt es von der Firma Sandini, für rund 40 Euro.
Die Größe S ist ab 9 Monaten bis zu 12 Jahren gedacht (XS für Babys) und nach Herstellerangaben für Fahrrad, Anhänger, Auto und Trage geeignet. Ich habe unter den Rezensionen zu diesem Produkt auch Kritik gelesen, dass es das Polster beim schlafenden Kind so schwer anzubringen sei. Das kann ich nicht bestätigen. Man kann alles vorbereiten und braucht nur noch mit dem Klettverschluss beide Hälften miteinander verbinden.


Welches Zubehör zum Fahrrad könnt ihr noch empfehlen? Könnt ihr euch auch eine der folgenden Lösungen für euch vorstellen oder mögt ihr es lieber konventionell? https://fahrradzukunft.de/8/baby-biker/ https://porterlight.com/about-the-bikes.html 


Lesetipp:

Es geht aber auch ganz anders: Schaut mal, wie Kristine von Importkaaskop ihr Kind durch Holland kutschiert!

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