48 Stunden Mailand mit Kind

Mailand stand schon lange auf meiner Wunschliste. Natürlich gibt es noch ein Dutzend Städte im schönen Italien, die einen Besuch wert sind, aber Mailand hat so einen besonderen Klang. Darum war ich sofort dabei, als mein Mann die Mode-Stadt wahlweise für Silvester oder zum Ende seines Winterurlaubs – meiner endete schon am 2. Januar – vorschlug.

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Mein Mann und der schlafende Junior holten mich Freitagnachmittag im Büro ab; meine neuen Kolleginnen müssen den falschen Eindruck gewonnen haben, mein Sohn sei ein besonders braves Kind. So ausgeruht machte er aber in der Tat die spätabendliche Reise toll mit. Neben dem Reisebuggy hatten wir gerade mal zwei Rucksäcke dabei. Das Reisen wird immer einfacher, je älter Junior wird. Ach ja, und Juniors Rucksack war voll mit Paw-Patrol-Figuren. 😉

Wir flogen mit der Fluggesellschaft Meridiana zum kleinen Mailänder Stadtflughafen Linate. Dort gönnten wir uns für 20 Euro ein Taxi zum Drei-Sterne-Hotel Canada. Die meisten Reisenden kommen am Flughafen Malpensa an. Für Fahrten von Malpensa zu jedem Ort in der Stadt gilt ein Fixpreis von 95 €.

Das Hotel Canada geizt mit Luxus, war für unsere Bedürfnisse aber ausreichend. Mailand ist schließlich auch in der Nebensaison kostspielig. Das Drei-Bett-Zimmer mit zusätzlichem Baby-Bett bot genug Platz, war sauber, die Matratze bequem, und – immer noch hilfreich – eine Minibar, um mal eine Milch frisch zu halten. Das Bad wirkte modern und bot die für Junior superwichtige Badewanne, die wir freilich auch ausgiebig nutzten. Beim kontinentalen Frühstück wird man satt, Auswahl und Geschmack waren aber nicht ganz meine Sache.

Der große Pluspunkt des Hotels war ohnehin die Lage: Nach nur zwölf Minuten Fußweg waren wir beim Duomo di Milano, dem Mailänder Dom.

Am Samstagmorgen von Heiligdreikönig standen wir schon um halb zehn vor der Tür des Doms und mussten überhaupt nicht anstehen. An Sonn- und Feiertagen sollte man sich unbedingt informieren, wann der Dom zwecks Gottesdienst für Touristen geschlossen ist.

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Auch bei der Fahrt aufs Dach gingen wir sofort nach vorne durch. Das kann auch durchaus anders aussehen, wie die einsamen Schilder mit der angeschriebenen Wartezeit vermuten ließen. Mit Buggy und Kleinkind ersparten wir uns die sportliche Übung, den Dom per Stufen zu erklimmen. Bevor wir in den Aufzug steigen durften, mussten wir erst durch eine strikte Sicherheitskontrolle. Kleiner Tipp: Nehmt keine verpackten Getränke mit, die sich nicht wieder verschließen lassen, da alles getestet oder entsorgt werden muss. Als Buggy ist auch nur ein kleines, faltbares Gefährt geeignet, da auch nach dem Aufzug enge Stege und steile Treppen passiert werden müssen. Dafür ist der Anblick wirklich super, erst recht, wenn man bedenkt, wie wenige Menschen ursprünglich privilegiert waren, dieses architektonische Meisterwerk zu bewundern. Bei gutem Wetter kann man angeblich bis zu den Alpen sehen, aber auch der Blick über die Stadt war an diesem Regentag schön.

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Gleich neben dem Dom befindet sich die „Galerie“, wo sich ein Luxus-Label ans andere reiht. In der Galerie ist auch noch bis Ende des Jahres die kleine Wanderausstellung Leonardo3 zu besichtigen, in der cool nachgebaute Entwürfe des Genies zu sehen sind, etwa Fluggeräte, Musikinstrumente, aber auch digitalisierte Meisterwerke wie Mona Lisa und Letztes Abendmahl. Letzteres haben wir nicht im Original besucht, weil Tickets schon Monate im Voraus ausgebucht sind.

Selbst direkt neben dem Dom kann man bezahlbar Pizza oder Cotoletto alla Milanese (riesiges paniertes Schnitzel) essen. Zum Essen gehen finde ich aber auch das Eck rund um die Piazza Sant’Eustorgio sehr nett (zu Fuß 20 Minuten): Behütet von der kleinen Basilica di Sant’Eustorgio reihen sich niedrige Häuser aneinander, es gibt auch einen verkehrsberuhigten Bereich. Wirkt also gar nicht nach der zweitgrößten Stadt Italiens. Auf engem Terrain findet man alles von typisch Italienisch über amerikanisches und asiatisches Fastfood.

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Hätte ich Shoppen gehen wollen, hätte ich nicht lange suchen müssen – zudem Winterschlussverkauf herrschte. Statt im Klamottenladen landeten wir im dreistöckigen Süßigkeiten-Paradies. Nur die Neujahresvorsätze retteten uns davor, hier unser Geld zu lassen. 😉

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Ebenfalls direkt am Dom-Platz im Palazzo Reale Milano gibt es einige spektakuläre Ausstellungen, etwa von Caravaggio oder Toulouse-Lautrec. Den kleinen Franzosen haben wir uns auch mit Junior angesehen.

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Am Dom-Platz ist auch Treffpunkt von Hop-on-Hop-off-Bussen, alleine „Sightseeing Milan“ bedient drei verschiedene Strecken. Diese halten ebenfalls am Castello, da waren wir noch im Schlossgarten spazieren. Junior ist herumgerannt und hat mit seinem Spielzeug-Smartphone eifrig „fotografiert“ – ganz die Mama eben. ❤️ Das Schloss lässt sich nicht nur besichtigen, sondern beherbergt auch Ausstellungen namhafter Künstler.

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Mailand hat wirklich schöne Gebäude (bei denen fast alle Balkone begrünt sind), ein gutes öffentliches Verkehrsnetz mit Metro, Bussen sowie antik bis futuristisch anmutenden Trambahnen und wenig überraschend jede Menge Shopping-Möglichkeiten.

Die zweitgrößte Stadt Italiens erinnerte mich an München – nur mit sehr viel weniger Kindern, praktischeren Ladenöffnungszeiten und mehr Pflastersteinen.


Preise:

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Barnie sagt:

    Interessante Destination für ein verregnetes Wochenende! Außerdem ist die Galwerie überdacht, da macht das Shoppen noch mehr Spaß, wenn der Regen draufplattert!

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