Joggen mit Kind: Erster Versuch

Wenn ich nicht arbeite, dann ist meistens mein Kleiner bei mir. Am Wochenende gibt es natürlich Zeitfenster, wenn mein Mann auf den Zwerg aufpassen kann, aber da arbeitet er eben auch mal. Im Herbst bleibt mir abends voraussichtlich nur, im Studio aufs Band zu steigen, wenn ich bei Licht laufen möchte. Aber ich habe nicht immer während dieser kurzen Zeit Lust, und mit dieser Abhängigkeit von einem „Babysitter“ bin ich nicht zufrieden. Wie ich immer predige: Das Leben ist mit Kind nicht vorbei, man braucht sich nicht total verbiegen; hin und wieder muss man aber erfinderisch werden. Was läge also näher als das Kind zum Laufen mitzunehmen? Man sieht doch oft genug Leute, die ihr Baby vor sich her schubsen. Oder Jogger mit Hund.

Nun ist Junior mit 104 cm Energie und knapp über 16 Kilogramm sowie einem eigenen Kopf gesegnet, aber noch Weitem nicht mit der Ausdauer oder Geduld, um dauerhaft neben mir her zu rennen. Gut, dass der liebe Gott das Laufrad erfunden hat.

Eine Freundin mit gleichaltrigem Kind ist ebenfalls Läuferin, also haben wir uns für ein Experiment verabredet: Wir wollten laufen, während die Dreijährigen sich gegenseitig zum stetigen Weiterfahren motivierten. So die Theorie.

Die erste Strecke funktionierte das sogar sehr gut. Es ging durch ein Wohngebiet, wobei wir kleine Straßen überqueren, an Kreuzungen abbiegen und natürlich auch auf andere Fußgänger Rücksicht nehmen mussten. Dann waren wir schon im Grünbereich angekommen.

Ich glaube, hier flog das erste Kind vom Rad.

Dem anderen war der „Berg“ zu steil. Dann mussten die Laufräder getauscht werden.

Dann wollte einer – oder beide ? – nicht weiter.

Also erstmal kurz zum Spielplatz. Wir hatten in 20 Minuten 2,5 km geschafft.

Dann fiel der nächste hin; der andere grinst nur. Dreijährige sind nicht immer für Ihre Empathie bekannt. Zwischenzeitlich wieder Räder tauschen, ausknobeln, wer den Weg vorgeben darf, Stöcke einsammeln, Hunden und Eichhörnchen hinterherschauen. Aber immerhin, 20 Minuten später hatten wir nochmal 2,3 km hinter uns.

Sagen wir so: Wir können Tempo und Strecke noch ausbauen, es ist eine Basis vorhanden. Lauftraining hat ja auch viel mit Geduld zu tun. Und schließlich kommt es nicht nur darauf an, wie ich es finde. Junior soll dabei seinen Spaß haben, und den hatte er.


pssst … ganz sportlich kann ich natürlich sein, wenn Junior in guten Händen ist. Wie zum Beispiel während meines Mädelstrips nach Davos. Seit Anfang des Jahres achte ich mehr auf meine Fitness, vor ein paar Monaten habe ich dann begonnen zu joggen.

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