DIY Feuerwehrauto-Hochbett

Im Winter habe ich meinem Kleinen ein halbhohes Bett in Feuerwehr-Optik gebaut. Die Altersempfehlung für Hochbetten liegt bei sechs Jahren, weil dann das Gefahrenbewusstsein richtig ausgeprägt ist. Der Dreijährige hat nun ein 1-Meter-hohes Bett mich niedrigem Rausfallschutz erhalten, weil ich ihn gut einschätzen kann; ein fremdes Kind im gleichen Alter würde ich nur unten in der „Höhle“ schlafen lassen.

Der Bau des Bettes hat sich über einige Wochen erstreckt, da ich natürlich nach der Arbeit Zeiten finden musste, ich der ich (mit Bollerwagen) im Baumarkt einkaufen und zuhause (in der Mietwohnung) lärmen konnte – mit kleinem Kind im Schlepptau. Ziel war, dass das Möbel bis Weihnachten vorzeigbar war – und das hat geklappt.

1. Lattenrost

Als erstes habe ich den Lattenrost gebaut. Er ist für eine 90×160-Kindermatratze vorgesehen. Die einzelnen Latten lassen sich abnehmen und gegebenenfalls austauschen, sollte mal eine kaputt gehen. Die Latten sind allerdings ziemlich dick – was sich auch auf den Materialpreis ausgewirkt hat –, weshalb ich in den nächsten Jahren mit keinem Schaden rechne. Ich habe einen Rahmen aus zwei kurzen und zwei langen Latten zusammengebaut; die Holzteile habe ich mit Holzdübeln verbunden. Die Latten haben an jedem Ende ein Loch, womit sie auf Holzdübeln aufliegen, die fest im Rahmen stecken. Das Holz habe ich völlig unbehandelt gelassen. Laut Stiftung Warentest sind selbst gebaute Lattenroste mit teuren gekauften Modellen mindestens gleichwertig.

DIY Lattenrost Kinderbett

2. Grundgerüst

Die Form des Bettes wird vom Grundgerüst bestimmt. Dabei handelt es sich um einen liegenden Quader, dessen vordere untere Seit offen bleibt. Verglichen mit einem gekauften Hochbett sind die Materialien wiederum sehr massiv gewählt. Es gibt vier dicke Pfosten an jedem Eck. Die kurzen Seiten des Quaders sind oben und unten mit einem kurzen Holzpfosten verbunden, selbiges gilt für die lange Seite an der Wand. Zur Stabilisierung sind an einer kurzen und einer langen Seite horizontal nochmals Pfosten eingezogen, welche praktischerweise gleich als Ablage dienen. Auf den Quader oben drauf habe ich den Lattenrost befestigt; die Matratze grenzt an der Wand an. Unten gibt es keinen Lattenrost. Ich hatte geplant, möglichst wenige sichtbare Verbindungen zu nutzen, also eher mit Holzdübeln als mit Schrauben zu arbeiten, aber das ging nicht auf – meine Schreiner-Künste reichen noch nicht weit genug, dass ich mir der Stabilität des Bettes sicher sein konnte. So hält das Bett Mutter und Kind zusammen problemlos aus. Erst als das der finale Stellplatz für das Bett gefunden war habe ich es an mit der Wand verschraubt. Während der Bauarbeiten fadn das alte Kinderbettchen im Korpus des neuen Bettes Platz.

verbindung-mit-holzdc3bcbel.png

Verbindung mit Holzdübel (1)

Verbindung mit Holzdübel (2)

3. Geländer und Rausfallschutz

Für den Rausfallschutz habe ich zwei Elemente gebaut: eine Feuerwehrleiter und ein Geländer. Die Feuerwehrleiter an der langen Vorderseite besteht aus zwei langen Kanthölzern und mehreren kurzen Lattten. Für die Optik der Leiter habe ich zweierlei Möbelfolien eingesetzt, nämlich eine glänzende und eine mit Industriehaptik. Leider habe ich nicht ganz akurat gearbeitet, weshalb man immer noch die Holzdübel sehen kann, die kurze und lange Teile verbinden. Die Leiter selbst ist über Latten am Bett befestigt; sie hält aber erst Druck stand, wenn  diese Latten mit einer 90-Grad-Verbindung mittelbar an der Wand verschraubt sind.

Für das Geländer habe ich zwei Latten genommen, mit der xxxx Löcher hineingebohrt und mehrere Rundstäbe hineingesteckt. Auch hier gilt: Die Stabilität profitiert von der Befestigung an der Wand.

Geländer fürs Hochbett DIY

Rausfallschutz Feuerwehrbett

4. Treppe und Fassade

Ich bin ein Fan davon, alte Möbel auseinander zu bauen und in etwas Neues zu verwandeln. Ich hatte noch ein altes IKEA Kellerregal – Vorgänger des Ivar, soweit ich weiß –, welches ich für die Treppe, einen Regalboden und die Front des Bettes verwendet habe. Einen Teil der langen Bretter habe ich schräg abgesagt, einen anderen Teil in kurze Stücke geteilt. In dem Winkel, wie ich die langen Hölzer gekürzt hatte, in diesem Winkel habe ich die kurzen Bretter dazwischen geschraubt. Einen Handlauf brauchen diese paar Stufen nicht. Ich sag aber gleich dazu: Ich selbst benutze die Treppe niemals, weil die Stufen wahrscheinlich nicht das Gewicht eines Erwachsenen aushalten. Wenn ich oben aufs Bett steige, stelle ich dafür einen Tritthocker daneben. Das Holz habe ich grob mit dem Multifunktionswerkzeug abgeschliffen und dann weiß angestrichen. Die Leiter befindet sich nun am Ende der langen Bettseite.

Die eigentlichen Regalböden des Kellerregals haben ebenfalls ein neues Leben erhalten: Ein Regalboden bildet das Kopfteil der oberen Liegefläche, ein Regalboden dient als Dach des Fahrerhauses. Einen Boden habe ich in der hinteren Wand des Grundgerüsts als Bücherregal eingabut. Zwei Böden habe ich rot gestrichen und am Vorderen Ende der langen Bettseite als Wand eingebaut. Ursprünglich wollte ich einen Boden schwenkbar machen, aber ohne Befestigungsmöglichkeit am Boden hat der Dreijährige schnell klar gemacht, welche Kräfte eine solche „Tür“ aushält und welche nicht … Eine weitere Ergänzung stellte der Feuerwehrschlauch dar, der um eine selbst gebaute Kabelrolle gewickelt ist. Der alte Gartenschlauch steckte im Nikolauspaket.

Verbindung mit Holzdübel (3)

Verbindung mit Holzdübel (4)

5. Das Fahrerhaus

Das Fahrerhaus dient nicht nur dazu, dem Feuerwehrauto die passende Optik zu geben, sondern hat einen ganz pragmatischen Grund: Ich brauchte einen Aufbewahrungsort für Juniors sperrigen Autositz. Wir haben kein eigenes Auto, nutzen aber Carsharing, weshalb der Kindersitz nunmal in keiner Garage, sondern im Kinderzimmer lagert. Und welches Kind hat in seinem Feuerwehrauto-Hochbett schon einen so komfortablen Fahrersitz?! Das Feuerwehrauto muss keine schwere Belastung aushalten, es ist nicht begehbar, das hat Junior von Anfang an eingeschärft bekommen und verstanden. Die Seitenteile bestehen aus Sperrholzplatten, die ich mit der elektrischen Stichsäge auf die richtige Form zugeschnitten habe: Eine Tür mit Fenster und Rad. Hierfür hatte ich mir vorher schon einen maßstabsgetreuen Prototyp aus Pappe gebastelt um die Dimensionen testen zu können. Ohne elektrische Stichsäge macht das Zuschneiden übrigens gar keinen Spaß und keinen Sinn, das habe ich gemerkt – noch ein Grund, warum mein Werkzeug-Arsenal während des Bettbau-Projekts ordentlich Zuwachs bekommen hat. Die Platten sind mit Winkeln am Bettgerüst verschraubt, mit dünnen Kanthölzern verbunden und mit dem besagten Regalboden bedacht. zwischen den Wänden steht ein roter IKEA Klippan ohne Polster, darauf trohnt der Kindersitz. Natürlich war vorab alles so ausgemessen, dass der Autositz unter dem Dach Platz hat. Alternative Möglichkeiten, das Fahrerhaus zu füllen, wäre der Einbau eines Kleiderschrankes oder eines kleinen Schreibtisches geewesen.

Verbindung mit Holzdübel (5)Zwischen Fahrerhaus und „Höhle“, wie wir den unteren Teil des Hochbettes nennen, gibt es keine Wand, nur einen Querbalken zur Stabilisierung des Bettes und als Lehne für den Kindersitz. So können wir von vorne in die Höhle schauen, wenn Junior es sich dort nach Schlafenszeit mit seinen Büchern gemütlich gemacht hat. Seine komplette Bibliothek ist in diese Höhle sowie eine Obstkiste unter der Hochbetttreppe umgezogen. In der Höhle gibt es auch eine Wandleuchte, damit Junior nicht mit der Taschenlampe unter der Bettdecke lesen muss. In der „Bibliothek“ findet aber natürlich auch ein Übernachtungsgast Platz.

Ergebnis

Junior schläft abwechselnd oben und unten. Selbst nachts hat er keine Probleme, die Leiter herunterzusteigen. Das Bett belegt nun eine Grundfläche von 230 cm mal 95 cm mal 140 cm (Liegehöhe 100 cm) – die Leiter nicht mitgerechnet. Ich hatte erwartet, dass dieses sehr große Möbelstück das Zimmer enger wirken lässt, aber überraschenderweise gab es dem kleinen Zimmer eine klare Struktur und lässt es luftiger wirken. Dadurch, dass es mehrere Ebenen gibt, bleibt mehr Freifläche, um zu spielen (oder neues Chaos zu verbreiten).

Mehr Eindrücke sind in meiner Highlight-Story auf Instagram gesichert: https://www.instagram.com/lifeaintover.de/ 

Verbindung mit Holzdübel (6)

 

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